Drei Studierenden der TH Aschaffenburg, Luisa Marie Gennrich, Elyane Fiala und Julian Klein, hat Aschaffenburg eine kleine Sensation zu verdanken. Sie haben ein virtuelles Museum geschaffen, in dem Kunstwerke von Schülerinnen und Schülern aus TH-Partnerschulen der Stadt und Region ausgestellt werden, die im Kunstunterricht entstanden sind und anschließend digitalisiert wurden.
Ein grandioses Projekt, das einen unkomplizierten Zugang zu Kunst ermöglicht, zum Kommunizieren über Kunst einlädt und gleichzeitig Kunst sichtbar macht, die sonst kaum wahrgenommen wird. FRIZZ Das Magazin sprach mit den Dreien, die im vierten Semester den Studiengang Multimediale Kommunikation und Dokumentation – kurz MKD – studieren.
FRIZZ Das Magazin: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, ein solch innovatives Projekt zu konzipieren? Habt ihr Unterstützung bekommen?
Die Initialzündung für unsere Projektidee war eine Serie von Instagram-Posts der Aschaffenburger Kulturtage, in denen verschiedene Akteure ihre Interpretation des Mottos „Kommunikation“ zum Ausdruck brachten. In der Urform des Begriffs Kommunikation steckt „communio“, was Gemeinschaft bedeutet. Durch Kommunikation eine gemeinsame Basis zu schaffen und Beziehungen zu stärken, ist für uns deshalb von großer Bedeutung. Im Rahmen unserer Projektarbeit für das vierte Semester hatten wir uns deshalb als Ziel gesetzt, die Gemeinschaft unter den TH-Partnerschulen zu stärken und ein gemeinsames Museum für deren Kunstwerke zu schaffen, welches virtuell begangen werden kann. Kommunikation ist Kunst. Und um die Kommunikation hier zu verstärken, können sich Besucher über den Sprachchat miteinander über die Kunstwerke austauschen. Darüber hinaus findet im virtuellen Museum ein Kunst-Contest statt. Menschen aus aller Welt haben so die Möglichkeit, für ihren persönlichen Favoriten abzustimmen. Das am meisten gewählte Werk wird am Tag der Museumsnacht (Anm. d. Red.: 8.7., 19.30 Uhr; Bühne 3, Stadttheater) bekanntgegeben und ausgezeichnet. Unterstützt werden wir von unserem Professor (Anm. d. Red.: Prof. Dr.-Ing. Martin Meißner), der nebenbei auch das Projekt Schulkontakte der TH AB leitet.
Virtuelles Museum
Gab es Vorbilder für euer Projekt?
Ja. Der Berliner Künstler Manuel Rossner hat für das Kulturforum-Areal in Berlin ein eigenes Virtual-Reality-Museum entworfen und auch die Fashion Week hat bereits den Sprung ins Metaverse gewagt. In der digitalen Welt können Distanzen und Barrieren aus der realen Welt mit nur wenigen Klicks überwunden werden. Leider haben Schüler viel zu selten die Möglichkeit, ihre Kunstwerke außerhalb der Schulgebäude auszustellen. Für Menschen von außerhalb verschließt sich so der Zugang zu aufregenden Eindrücken. Aus diesem Grund war es für uns eine spannende Herausforderung, einen Raum zu schaffen, der die Wahrnehmung junger Menschen durch Kunst widerspiegelt. Durch die Verwendung von Virtual Reality können wir diese Momentaufnahmen des Lebens jenseits der Schulgebäude erlebbar machen.
Wie viel Zeit nahm die Umsetzung in Anspruch?
Wir arbeiten seit März 2023 an der Realisierung. Da war auch einiges zu beachten. Wir wollten möglichst alle Partnerschulen einbinden und möglichst wenig ausschließen – schon gar nicht bei den Exponaten. Alle Schulen haben sich mächtig ins Zeug gelegt. Das war toll und damit hat der Zeitplan auch geklappt.
Virtuelles Museum
Und wie ist der Ablauf während der Kulturtage?
Das virtuelle Museum ist vom 29.6.–9.7.für die Öffentlichkeit über einen Link und QR-Code digital begehbar. Bis zum 7.7. haben alle Besucher die Möglichkeit, am Kunst-Contest teilzunehmen und für ihren persönlichen Favoriten zu stimmen. Das Kunstwerk, das die meisten Stimmen erhält, wird während der Museumsnacht (8.7., 19.30 Uhr; Bühne 3, Stadttheater) bekannt gegeben und ausgezeichnet.
Was erhofft ihr euch von eurem Format? Soll es verstetigt werden?
Unser größter Wunsch ist es, dass das Projekt allen Teilnehmern viel Spaß macht und einen erfolgreichen Abschluss während der Museumsnacht findet. Natürlich sollen alle teilnehmenden Schüler sowie die Besucher Freude an unserem virtuellen Museum haben! Mit unserem Projekt möchten wir zeigen, dass an der Technischen Hochschule Aschaffenburg nicht nur technikinteressierte Schüler einen Platz zum Studieren finden – auch die Kreativität in den Studiengängen, wie Multimediale Kommunikation und Dokumentation, kommt hier nicht zu kurz. Da wir vor gar nicht so langer Zeit selbst Schüler waren, möchten wir diese Beziehung zu den TH-Partnerschulen durch unser Projekt stärken. Natürlich wäre es großartig zu sehen, wenn unsere Kommilitonen im nächsten Sommersemester die Zusammenarbeit mit den Aschaffenburger Kulturtagen im Rahmen des Moduls Projektarbeit fortsetzen und das virtuelle Museum möglicherweise weiterentwickeln.
Unter www.kulturprojekt-virtuelles-museum.de kann das Museum vom 29.6.–9.7. auf dem Desktop oder mit dem VR-Headset besucht werden. Oder einfach den QR-Code scannen, um das Museum mit dem Smartphone zu besuchen.

