Es ist tatsächlich schon wieder rum, dieses 2025! Und auch wenn es sich vielleicht für manche von euch wie ein mürbe gemalmter Kaugummi in die Länge gezogen haben mag, für uns ist es gefühlt noch schneller dahingerast als das letzte Jahr. Keine Angst, wir wollen euch an dieser Stelle keine Tipps geben, wie ihr in eurem persönlichen Hamsterrad ein paar Gänge herunterschalten könnt, denn dafür existieren ja mittlerweile an jeder Ecke Coaches, die erklären, wie das geht. Wahrscheinlich hat jeder von uns inzwischen zwei bis vier davon im engeren Bekanntenkreis, vielleicht sogar in der eigenen Familie. Egal, anderes Thema.
Wir können und möchten euch lediglich an dieser Stelle wieder ein bisschen Service bieten, wie immer hausgemacht und mit persönlicher Bewertung, nicht selten generiert aus eigenen Erfahrungswerten. Kennt ihr ja schon von uns.
Punkt eins: Ein gehetztes Jahr lässt sich wesentlich besser aushalten, wenn man zur persönlichen Kalibrierung ab und zu mal Kultur und Gastronomie konsumiert. Gerne auch in Kombination, gerne auch regelmäßig. Über das Wo, Was, Wann und Wie informieren wir euch in diesem Heft regelmäßig (und ja, für diese Erkenntnis muss man keinen Coach bezahlen).
Mit den Punkten zwei bis sechs folgen ein paar Begebenheiten, News und Fakten, die uns 2025 in den Rucksack gepackt hat und die uns bewegt, getriggert und beschäftigt haben. Warum? Wüssten wir manchmal auch selbst gerne. Vielleicht kennt ja einer von euch ’nen Coach, der uns das erklären kann.
Tafel Das Crazy
Das hat uns 2025 in den Rucksack gepackt: „Das Crazy“ ist Jugendwort des Jahres.
Und ja, irgendwie kommen wir jetzt gerade ein wenig durcheinander. Bahnt sich hier so etwas wie eine Renaissance an? Die Jugendwörter der letzten Jahre waren, trotz der selbst auferlegten Attitüde als Berufsjugendliche, in der Regel eine fast schon überüberwindbare Verständnishürde. Bei „Sheeesh“ haben wir uns wohlwollend „Gesundheit“ gewünscht und „Cringe“ war für uns lange Zeit einfach nur die völlig falsche Aussprache unserer Lieblingsmusikrichtung, die es schon seit Ende der 90er-Jahre gibt. Wir sind halt Lauche (korrekte Mehrzahl des Top5-Jugendworts aus 2018 übrigens). Nun eben „Das Crazy“ und wir alle wissen, dass wir den vollständigen Satz (also inklusive ist und ja) schon 1992 am Dorffest-Autoscooter verwendet haben, wenn der Hirni aus der C auf einmal Steffi aus der A toll fand. Was kommt also als nächstes? Unser Tipp für das Jugendwort 2026 daher: „Töfte“.
Das hat uns 2025 in den Rucksack gepackt: Der Schlossaufzug ist im Schwarzbuch gelandet.
Viel Geld für 14 Sekunden Fahrzeit, das fand auch der Bund der Steuerzahler. Schließlich sind die Baukosten einen ganz kleinen Tacken aus dem Ruder gelaufen und lagen am Ende bei knappen vier Millionen Euronen. Natürlich kann und darf jeder für sich selbst entscheiden, ob das raumschiffähnliche Transportmittel zwischen Mainufer und Schlossplatz ein Gewinn für unsere liebste Stadt ist oder nicht. Wir aber wollen in dem ganzen Trara um den Aufzug zwei gute Aspekte sehen: Der Marketingwert der deutschlandweiten Erwähnung des Aufzugs in allen Medien ist immens, isso. Und zudem hat das Schwarzbuch das architektonische Highlight immerhin mit dem Prädikat „schön, aber teuer“ beschrieben. Und nicht, wie vor über 20 Jahren, mit der A3 Einhausung als „unnötigstes Bauwerk der Republik“ zweifelhafte Werbung für den Untermain gemacht.
© Till Benzin
Schlossaufzug
Das hat uns 2025 in den Rucksack gepackt: Das YPS-Heft wurde 50.
Ein Jubiläum, das uns von Herzen berührt und gefreut hat. Ok, um ehrlich zu sein, schlug die Nachricht geradezu kometenhaft in den Redaktionsstuben ein. Heiße Diskussionen über die besten Gimmicks bestimmten über mehrere Tage die Gesprächsinhalte in der FRIZZ-Küche, Detektiv- und Zensurbrillen wurden aufgetragen und der Versuch, einen zwar noch original verpackten, aber sehr alten Solar-Zeppelin endlich in die Freiheit zu entlassen, scheiterte erwartungsgemäß kläglich. Zwei Fragen blieben jedoch auch unter den FRIZZschen YPS-Enthusiasten vorerst unbeantwortet: Warum waren die legendären Urzeitkrebse schon 22 Mal als Gimmick dabei, das entsprechende Futter aber nur elfmal? Und, viel wichtiger, welches Gimmick wird dem FRIZZ zum 50. Jubiläum beiliegen?
Das hat uns 2025 in den Rucksack gepackt: Eine KI kann an Knie-Screenings den Bierkonsum erkennen.
Ja, auch wir haben diese Headline zweimal lesen müssen. Und ja, auch nach dem zweiten Mal lesen waren wir uns über die Auswirkungen noch nicht direkt im Klaren. Als es dann aber Klick gemacht hat, spielten sich geradezu dramatische Szenen in der FRIZZ-Küche ab. Mit angsterfüllten Blicken Richtung Kühlschrank wurden hastig anstehende Röntgentermine abgesagt, geplante Tennismatches auf unbestimmt verschoben, die Altherren-Hobbykicker-WhatsAppgruppe ohne Tschüss verlassen und alles gecancelt, was dem eigenen Kniegelenk gefährlich werden könnte und einen Arztbesuch zur Folge hätte. Bis wir ein drittes Mal gelesen haben. Es geht um einen verblüffenden Effekt, der auf dem sogenannten Shortcut-Learning von KI beruht und überraschend treffsicher ist, aber keinen realen medizinischen Bezug zum Screening-Ergebnis hat. Denn statt Bier hätte man auch Bohnenmus als Referenz nehmen können – mit dem gleichen Ergebnis. Das kollektive Aufatmen dürfte man wahrscheinlich bis in den Roßmarkt gehört haben.
Das packen wir uns selbst für 2026 in den Rucksack: Umgang mit vermeintlichen Problemen
Wir haben auch in diesem Jahr einige Geschichten, Porträts und Interviews von, über und mit tollen Initiativen, beeindruckenden Ehrenamtlichen und engagierten Vereinen in unserem Magazin veröffentlicht. Und wenn man mit derlei nachhaltigen Themen konfrontiert wird, bleibt zwangsläufig etwas hängen. Bei uns (und hoffentlich auch bei euch) ist es die Gewissheit, dass ein abgebrochener Fingernagel, ein weggeschnappter Parkplatz oder selbst eine amtliche Männergrippe (sprich, ein leichter Schnupfen) keine wirklichen Probleme sind. Und, dass man mit kleinen Gesten das Leben seiner Nächsten durchaus merklich erleichtern kann. Unser Vorsatz für 2026 also: Das bekannte Sprichwort „Jeden Tag eine gute Tat“ tatsächlich mal wieder mit Leben zu füllen. Hier mal eine Tür aufhalten, dort der Omi von Nebenan einen Fünfminuten-Smalltalk schenken oder einfach mal wieder anfangen, konsequent „Guten Tag“, „Bitte“ und „Danke“ zu sagen. Uns allen wird schon was einfallen. Klingt so einfach und, siehe da, ist es auch. Macht ihr mit? Das freut uns!
