Man schrieb das Jahr 15 nach Millennium. Der Weltfußball steckte in einer tiefen Krise. Die oberen Herren des runden Leders mussten sich massiven Korruptionsvorwürfen stellen und während ebendiese sich auf großer Ebene nicht gerade mit Ruhm bekleckerten, erblickte ein kleiner Verein mit lustigem Namen im kleinen Aschaffenburg das Licht der Welt: der Halbe Lunge e.V.
Die Mission war klar: Eine trinkfeste Mannschaft aufstellen, die gleichzeitig auf dem Platz performt. Am Ende des Tages hat es vor allem für den ersten Punkt in der Scouting-Abteilung eine Beförderung gegeben. Alexa – erfolgreicher Coach der Schoppenfußballmannschaft seit Tag eins – bildet zusammen mit Yannik die Vorstandsriege des seit 2018 gemeinnützigen Vereins, der inzwischen etwa 70 Mitglieder zählt. Der kreative Name, der übrigens lediglich und ausschließlich auf die mangelnde Kondition der Profifußballer anspielt, hält sich bis heute. Auf Wunsch von Alexa, Yannik, Robert und Marie-Luise, die für die FRIZZ-Redaktion aus dem Nähkästchen plaudern, soll noch mal erwähnt werden, dass der Name einzig alleine auf die Unsportlichkeit verweist. Missverständnisse sind hiermit endgültig aus dem Weg geräumt. Passend dazu ziert eine Skizze der tatsächlichen Fußballprofilegende Walter Frosch das Merchandise des Vereins. Für so manch Ahnungslose sei das vielgeklickte Interview mit ihm empfohlen – sollte als erstes Ergebnis bei YouTube aufploppen.
Schoppenturnier & Meterpokal
Und obwohl die Mädels und Jungs der Halben Lunge mehr oder minder adé zur eigenen sportlichen Turnieraktivität gesagt haben – mit Mitte 30 gehen Fußballer ja gerne in den wohlverdienten Ruhestand – bleibt der Verein weiterhin aktiv. Und das von Jahr zu Jahr erfolgreicher im Fokus der Gemeinnützigkeit. Das Interesse am eigenen Fußballspiel ist zwar in den Hintergrund gerückt, dennoch haben sie in den vergangenen beiden Jahren in Kooperation mit Real Kickloch Schoppenturniere auf die Beine gestellt. On top stehen alljährliche Schapfkopfturniere, Pub-Quizze sowie ein Stand auf dem Aschaffenburger Stadtfest. Im Mittelpunkt der Aktionen steht – neben Spaß und Durststillung – das Ziel, Geld für einen guten Zweck zu sammeln im Mittelpunkt. So konnte der Verein bisher insgesamt 25.000 Euro aus allen Aktionen addiert an verschiedene Stellen spenden. Darunter die Kinderklinik des Klinikums Aschaffenburg, das Kinderheim Aschaffenburg oder der Grenzenlos e.V., der durch seine Arbeit finanziell schwächer gestellte unterstützt. Neben den finanziellen Spenden packen die Mitglieder ehrenamtlich an. So supporten sie die KOMMZ-Leute beim Getränkeausschank auf dem Festival im Nilkheimer Park und übernehmen gerne anfallende Arbeit im Kinderheim, die mangels finanzieller Mittel ansonsten links liegen bleiben würden. Generell steht das Orgateam mit den Verantwortlichen des Kinderheims in gutem Kontakt, aus dem in Zukunft noch weitere Projekte entstehen sollen.
Sympathie, Engagement & Transparenz
Die drei Schlüsselworte, die Marie-Luise, Robert, Alexa und Yannik auf die Frage, was die Halbe Lunge als Vereine besonders mache, antworteten. So seien viele Mitglieder durch ein lockeres Gespräch über die Sache selbst oder Freunde und Familie zum e. V. gekommen, der ein Engagement im sozialen Bereich mit niedriger Hemmschwelle ermöglicht. Noch dazu zeigen sie auf ihren Social-Media-Kanälen, wie und in welcher Höhe die versprochene Spende beim Empfänger ankommt. All das macht die Halbe Lunge aus. Und so wird aus einem schoppen- und spaßfreudigen Kickerverein ein wichtiger unabhängigen Player der Gemeinnützigkeit in Aschaffenburg.
