Wer ein Gravel Bike oder ein Stand-up-Paddle-Board zu Hause hat und gerne Bouldern geht oder Hyrox macht, kann sich sicher sein, bei den Trends die Nase vorn zu haben. Seit einiger Zeit drängt sich allerdings eine neue Sportart weltweit an die Spitze der Beliebtheitsskala und darf natürlich im Repertoire eines jeden Lifestylesportlers nicht fehlen.
Viele beschreiben Padel als eine Mischung aus Squash und Tennis, was es auch ziemlich genau trifft. Der Court ähnelt einem Tennisplatz mit Netz in der Mitte und dem großen Unterschied, dass es ringsum Wände und Zäune gibt, die mit ins Spiel einbezogen werden können. Grundsätzliches Ziel ist es, den Ball mit dem Schläger über das Netz auf die Seite des Gegners zu spielen und Punkte zu erzielen, indem der Ball zwei Mal den Boden berührt oder indem der Konkurent den Ball ins Netz schlägt.
Anders als beim Tennis kann der Ball auch von einer Position hinter der Mauer geschlagen werden, also außerhalb des Platzes, oder wenn er von der Wand oder dem Zaun abprallt. Wer das Runde direkt gegen die Mauer oder an den Zaun spielt, ohne dass er vorher im gegnerischen Feld aufkam, schenkt den Kontrahenten einen Punkt. Durch diese Regeln bleibt der Ball länger im Spiel und eine neue Dynamik entsteht.
Gespielt wird in der Regel im Doppel, also zu viert, weil Padel vorwiegend als Teamsport gedacht ist und einen starken sozialen Faktor hat. Der Schläger ist kleiner, kürzer und nicht bespannt, sondern aus einem elastischen Material, das mit Löchern versehen ist. Auch Ball und Platz sind kleiner als beim Tennis und machen Padel zu einem weniger kraft-/konditionsbetonten Game, das sich auch ohne Vorkenntnisse leicht zocken und schnell lernen lässt. Daher auch der Hype: Padel macht Spaß, ist sportlich niederschwellig und eine ideale Gruppenaktivität.
Die scheinbar neue Sportart selbst gibt es schon seit den 1960er-Jahren in Südamerika. Als Begründer des Spiels, nach dessen Regularien heute gespielt wird, gilt der Mexikaner Enrique Corcuera. Er baute in seinem Haus in Acapulco einen Tenniscourt, der aus Platzgründen kleiner sein musste als ein Standardfeld. Unter diesen Bedingungen flogen die Bälle mit normalen Tennisschlägern aber immer viel zu weit, weshalb er den Platz ummauerte und hölzerne Strandpadelschläger nutzte. Über Freunde verbreitete sich Padel nach Spanien und Argentinien, wo er sich nach dem Fußball schnell zum zweitbeliebtesten Sport entwickelte.
Im Moment erfährt der Sport einen weltweiten Hype, der mittlerweile auch in Aschaffenburg angekommen ist. Wer selbst spielen möchte, findet beispielsweise Indoor-Plätze im neu eröffneten PADEL CLUB ONE in Mömlingen, im Padelz – The Court Club in Stockstadt oder bei STAR PADEL in Obernburg, Mainaschaff und Wörth. Outdoor-Plätze sind neuerdings beim TC Schönbusch, SC Weiß-Blau Aschaffenburg oder bei Main Padel in Karlstein am Main zu finden. Angebotstendenz schnell steigend.
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Padel
Wie bei jeder Sportart gilt: keine Scheu und einfach ausprobieren. Wichtig ist es, zuerst ein Gespür für Ball und Schläger zu bekommen und zu lernen, wie man seine Kraft richtig einsetzt und welche Technik man am besten anwendet, insbesondere wenn es darum geht, die Wände und Zäune mit einzubeziehen. Das kann am Anfang schnell überfordernd wirken, man sollte sich davon aber nicht abschrecken lassen. Die Wand ist Freund, nicht Feind und kann in vielen Momenten zum eigenen Vorteil genutzt werden. Wenn der Ball von der Wand abprallt, verliert er außerdem stark an Geschwindigkeit und liefert damit wichtige Zeit zum Überlegen, welchen Schlag man als nächstes spielen möchte. Gerade am Anfang ist es wichtig, erstmal Kontinuität in die eigenen Schläge zu bekommen und den Ball sicher und kontrolliert übers Netz zu bekommen. Alles Taktische entwickelt sich dann Stück für Stück im Spiel. Und für alle, die kein Tennis spielen, weil sie Angst vor dem Aufschlag haben: Es ist Durchatmen angesagt – der Aufschlag wird bei Padel von unten gemacht.
Wer Padel fürs Erste nur ausprobieren möchte, benötigt in der Regel nicht mehr als Sportbekleidung und idealerweise Tennis- oder Hallenturnschuhe, um zu starten. Schläger und Bälle können bei den meisten Anbietern geliehen werden. Später rentieren sich aber definitiv spezielle Padel-Schuhe zur Dämpfung, weil der Sport die Achillessehnen stark belastet. Auch ein eigener Schläger ist für alle, die öfter spielen, von Vorteil, da es unterschiedliche Typen gibt, aus denen man passend zur eigenen Spielweise wählen kann: Diamant (mehr Power), Teardrop (mehr Kontrolle und Power) und Rund (mehr Kontrolle).
Wer jetzt noch tiefer ins Thema einsteigen möchte, kann sich selbstreden in einem Verein als Aktiver anmelden und in der Deutschen Padel-Liga spielen oder als Passiver Spiele der internationalen Padel-Ligen online oder live anschauen. Wie bei jeder (Trend-)Sportart gibt es auch hier eine rasant wachsende Community und eine steigende Zahl an tollen Events und Turnieren. Am 23.5. kommt beispielsweise Red Bull Padel Dash, ein Amateur-Padel-Wettbewerb, nach Dortmund und auch ProSieben hat bereits 2025 die erste Promi-Padel-WM veranstaltet.
Padel ist also offiziell angekommen – und das nicht nur auf Social Media oder den privaten Courts von Celebrities, sondern auch in unserer Region. Bewegung und ein gesunder Lebensstil sind mittlerweile ja generationenübergreifend hoch im Kurs, da passt Padel perfekt rein: Es ist cool, für Einsteiger geeignet und eine gesunde Aktivität, die man gut mit Freunden und Familie ausüben kann. Deshalb ganz klar (nicht nur) unsere Nummer eins unter den aktuellen Trendsportarten.
