Woran erkennt man am besten, ob Songschreiber wahrlich Großes erschaffen haben? Die Antworten sind vielfältig: Wenn ein Titel im Handumdrehen die Massen anzündet, wenn sich Menschen nach dem ersten Takt schwelgend genießend oder grölend in den Armen liegen, wenn Emotionen greifbar werden, wenn die Musik das Hirn ausschaltet, wenn Songs im intimen Rahmen genauso gut funktionieren wie im großen Stadion. Und und und.
Und dann gibt es noch einen ganz besonderen Gradmesser, an dem man pures Songwriting-Gold identifizieren kann: Wenn Lieder in kleiner, völlig reduzierter Besetzung die gleiche, großartige Magie entfalten können, wie wenn sie mit der großen Kapelle auf die Bühne gebracht werden.
Im Fall von Marius Müller-Westernhagen trifft all das vollumfänglich zu. Über viele Jahrzehnte prägt der Ausnahmekünstler den deutschsprachigen Rock ’n’ Roll bis heute, erfand sich dabei mehrmals neu und ist trotzdem immer unverwechselbar geblieben. Von rauen, kantigen Songs der ersten Jahre bis hin zum treibenden Stadionrock der Neunziger, von Kultsongs wie „Mit Pfefferminz bin ich Dein Prinz“ und „Sexy“ über emotionale Balladen wie „Freiheit“, „Weil ich Dich liebe“ und „Lass uns leben“ bis hin zu Perlen wie „Taximann“ oder „Hier in der Kneipe fühl’ ich mich frei“. Es gibt wohl kaum jemanden unter uns, der nicht irgendeinen prägenden Moment seines Lebens mit einem MMW-Song als Soundtrack in Verbindung bringt.
In unserer heimischen Region ist der Künstler Marius Müller-Westernhagen über viele Jahre hinweg in den allermeisten Ohren auch stets mit einem Namen verbunden gewesen: Mütze! Thomas Mütze, damals mit seiner grandiosen Z-Band, hat die Songs von Marius Müller-Westernhagen auf die Bühnen des Rhein-Main-Gebiets und im Handumdrehen jede Crowd zum Kochen gebracht. Nun ist er – strikt nach der Anweisung des Originals – „Wieder hier“! Und zwar nicht nur live, sondern auch im radikal entkernten Unplugged-Format. Gemeinsam mit seiner kleinen und feinen „Sekt oder Selters“-Band wird er die Westernhagen-Hits rein akustisch und unfassbar intensiv im mehr als passenden Ambiente des Aschaffenburger Hofgarten Kabaretts auf die Reise schicken. Mit ihm zusammen werden Pit Nöthling (Gitarre), Silvia Wiesiollek (Akkordeon) und Thomas Rickert (Percussions) einmal mehr eindrücklich beweisen, warum Marius Müller-Westernhagen als Songwriter und musikalischer Poet wahrlich Großes erschaffen hat.
