Die Vision zu „Shadow over Ascapha“ knapp zusammengefasst: Wie stellen wir uns vor, dass Aschaffenburger Wahrzeichen, bekannte und versteckte Orte und andere prägnante Aspekte der Stadt und Region aussehen würden, wenn sie Schauplatz einer Lovecraft-inspirierten Horrorstory wären? Vertraute und alltägliche Gebäude, Plätze und Installationen in den Fängen von kosmischem Horror, Tentakeln, finsteren Kultisten und namenlosen Wesen jenseits unserer Realität? Das noch recht neue und im Urban Art Market geborene fancy Projekt von Ina (InaIna Illustrations) und Pat (Karmazid) mit ebendieser Idee gibt unbedingt Anlass zu einem FRIZZ-Gespräch mit den beiden Kunstschaffenden.
© ness nie
SHADOW OVER ASCAPHA
FRIZZ Das Magazin: Wie kam euch die Idee zu dem Projekt?
Pat: Eigentlich hat alles eher als Spaß angefangen. Wir saßen Ende letztes Jahres zusammen und haben überlegt, was man mal komplett hier aus dem UrbanArtMarket heraus machen könnte. Also ein Projekt, das hier entsteht und idealerweise auch hier verkauft wird. Die Illustrationen von Ina und mir sind oft in Schwarz-Weiß und da ist uns aufgefallen, dass sich das perfekt für ein Ausmalbuch eignet.
Was erwartet uns im Buch?
Ina: Es wird schon ein richtiges Ausmalbuch, aber eben nicht nur das. Wir wollen daraus ein visuelles Erlebnis machen. Viele Motive zeigen bekannte Orte aus Aschaffenburg wie das Schloss oder die Altstadt, aber auch Dinge, die man vielleicht erst auf den zweiten Blick erkennt. Gleichzeitig ist alles ein bisschen surreal, düster oder versteckt dargestellt. Es soll Spaß machen, die Orte zu entdecken und die Stadt mal anders wahrzunehmen.
Pat: Wir nennen es manchmal einen kleinen Liebesbrief an Aschaffenburg. Nicht kitschig, sondern eher auf unsere Art. Außerdem wollen wir auch andere Kunstschaffende aus der Region mit einbeziehen. Manche davon haben zum Beispiel online große Reichweiten, hier kennt sie aber kaum jemand. „Shadow Over Ascapha“ soll deshalb auch eine Bühne für lokale Kreative sein.
Es bleibt also nicht nur beim Malbuch?
Ina: Mit Sicherheit nicht. Wir haben im UAM (Urban Art Market) schon die erste Probe-Ausmalsession veranstaltet und wollen das künftig auch öffentlich machen. Vielleicht trifft man sich irgendwann mal gemeinsam im Park zum Ausmalen oder macht kleine kreative Stadtführungen zu den Motiven. Dazu kommen Ideen wie Playlists, große Gemeinschaftsbilder oder ausgefallene Sondereditionen.
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SHADOW OVER ASCAPHA
Warum ist euch dieses Projekt so wichtig?
Ina: Heutzutage ist es unglaublich schwer geworden, Kunst einfach nur zu machen. Man muss gleichzeitig auf Social Media aktiv sein, Videos schneiden, sich selbst vermarkten und ständig präsent sein. Die eigentliche Kunst rückt oft in den Hintergrund. Deswegen liebe ich Orte wie den Urban Art Market so sehr. Hier treffen Menschen offline aufeinander, tauschen Ideen aus und daraus entstehen dann solche Projekte.
Pat: Genau das ist der Punkt. Es geht nicht nur um ein Produkt, sondern auch darum, kreative Orte und lokale Kultur am Leben zu halten. Dass Leute sich begegnen, gemeinsam kreativ werden und etwas erschaffen, das wirklich aus Aschaffenburg kommt.
Wann soll das Ausmalbuch erscheinen?
Pat: Einen festen Termin gibt es noch nicht. Die Illustrationen wachsen aber ständig weiter. Aktuell kümmern wir uns um Druck, Formate und die organisatorischen Fragen. Klar ist nur: Das Buch wird definitiv in Aschaffenburg erhältlich sein und vielleicht irgendwann sogar darüber hinaus.
Ina: Damit das Warten nicht zu lange dauert, haben wir extra für diese FRIZZ-Ausgabe eine Probeseite gestaltet, die man im Heft ausmalen kann.
Was wir FRIZZen natürlich absolut genial finden und uns definitiv mit Stolz erfüllt und unsere Augen vor Rührung glänzen lässt, dass wir ein eigenes Ausmalmotiv bekommen haben!
Ascapha Ausmalseite FRIZZ
Ein paar letzte Worte von euch …
Pat: „Shadow Over Ascapha“ ist nicht nur eine Hommage an unsere Heimatstadt, sondern auch an eines der spannendsten fantastischen Genres überhaupt. Darüber hinaus soll es als Statement gegen AI-„Kunst“ dienen und wird hoffentlich Inspiration und Kreativität in all seinen Formen einen Platz geben.
