Bei der mittlerweile 27. Ausgabe verwandelt sich diesmal der Schlossplatz vor der Kulisse von Schloss Johannisburg in einen Hotspot rund um Streuobst, regionale Produkte und alte Sorten.
Die Äpfel zählen zur Familie der Rosengewächse, deren Geschichte weit über die heimischen Streuobstwiesen hinaus geht. Der Kulturapfel stammt ursprünglich vom Wildapfel ab, dessen Wurzeln in Zentralasien zu verorten sind. Über Handelswege gelangte er nach Europa und wurde über Jahrhunderte zum festen Bestandteil der deutschen und fränkischen Kulturlandschaft. Einst existierten allein in Preußen mehr als 2.000 Apfelvarianten. Heute sind viele alte Sorten selten geworden, umso wichtiger ist ihr Erhalt. September und Oktober sind die klassische Zeit der Haupternte, wenn die Früchte direkt vom Baum in allen Variationen auf den Tisch wandern.
Der Regionale Apfelmarkt hat am Bayerischen Untermain längst Tradition. Zur Eröffnung gibt sich auch die Fränkische Apfelkönigin Theresa II. die Ehre. Anschließend dreht sich alles sieben Stunden lang ausschließlich um Streuobst. Probierstände, Apfelausstellungen und eine Mostpresse in Aktion gehören ebenso dazu wie die Sortenbestimmung durch einen Pomologen. Wer wissen möchte, welcher unbekannte Apfel im eigenen Garten wächst, kann also fachkundige Hilfe bekommen. Dazu informieren Gartenbau-, Natur- und Tourismusverbände sowie die Streuobstagentur Schlaraffenburger über ihre Arbeit.
Selbstverständlich wird der Apfel kulinarisch ordentlich durchdekliniert: Apfelbratwurst, Wein, Bier, Seccos, Chutneys, Kuchen und Brände stehen neben Wildprodukten, Fisch, Ziegenkäse und Spessart-Flatschern. Live-Vorführungen zu Apfelgerichten und zum Holzschalen-Drechseln ergänzen das Programm.
Auch abseits der Stände ist einiges los: Nach der Eröffnung um 11 Uhr, zieht um 11.30 Uhr die March Mellows Streetband über den Markt. Um 15 Uhr spielen Quartblech und um 16 Uhr Sebastian Bogensperger auf dem Schlossplatz. In der vhs Aschaffenburg geht es ab 13 Uhr in vier Kurzvorträgen um Bestäubung, Biodiversität, klimafitte Obstsorten und die Streuobstsorte des Jahres. Für kleine Besucher wird der Markt zur Ermittlungszentrale, bei der Rallye „Streuobst-Detektive“ geht es den ganzen Tag lang zu acht Stationen, an denen Fragen beantwortet und Aufgaben gelöst werden müssen. Für jede gemeisterte Station gibt es einen Stempel, der volle Rallye-Pass wird am Stand des Tourismusverbands Spessart-Mainland mit einer Detektiv-Urkunde und kleinen Überraschung belohnt. Um 14 Uhr lädt Günter Geisler mit dem StoryStage Märchentheater zu „Igel Willys Apfeltraum“ zum Mitmachen ein, bevor um 15 Uhr Anna-Lena Höcker aus „Die Streuobstwiese für alle“ liest – jeweils im Eingangsbereich der Stadthalle. Obendrein ist das Lohrer Schneewittchen unterwegs und verteilt Äpfel.
Wer dem Apfel also bisher nur einen festen Platz in der Obstschale eingeräumt hat, wird die Vielseitigkeit der Frucht hier neu entdecken.




