Wenn eine Künstlerin wie Maladée die Bühne des Hofgarten Kabaretts in Aschaffenburg betritt, dann weht nicht nur ein laues Lüftchen mit dem Odeur der Pariser Pigalle durch die Hofgartenstraße, vielmehr wird alles von einem wahren Wirbelwind mit- und nicht selten von den Sitzen gerissen. Schließlich ist Madame Maladée eine waschechte Diva, die ihre prallvolle Bühnenpräsenz und ihre unfassbare Stimme in ein Programm voller hinreißender Comedy, absurdem Schabernack, schelmischen Humor und ganz viel schillerndem Glanz gießt. Oder, um es in einem Satz zusammenzufassen: Maladée ist ein Ganzkörper-Feuerwerk an Emotionen, das Mitten ins Herz trifft.
In ihrem Erfolgsprogramm „Voilá, da bin isch!“ brilliert Susanne Hayo alias Maladée mit ihrer bezaubernden Strahlkraft und einer Mischung aus Chansons und Comedy in bester Varieté-Manier. Dabei wechseln sich die rasanten und urkomischen Momente ab und zu auch mal mit der puren Melancholie ab, was die frankophilen Kulturkonsumenten unter uns gerne mal mit „magnifique dramatique“ zusammenfassen. Dass sich die Primadonna dabei mit viel Sinn und Gespür für groteske Doppeldeutigkeiten am liebsten live on stage selbst aus dem Konzept bringt, zieht sich wie ein roter Faden durch die Abende. Sie liebt es, im Publikum ihre wertvollen Tipps in Sachen Sinnlichkeit, Glamour und Realitätsverdrängung zu verteilen und dabei aus wirklich jeder Begebenheit ein wahres Großereignis zu machen. Alles stets verpackt in die begeisternden Chansons von Edith Piaf über Dalida bis hin zu Charles Aznavour. So zumindest der Plan der divenhaften Chanteuse, der jedoch allabendlich in einem Grand Désastre endet und jedes Lied ein wahrer Drahtseilakt wird. Kein Wunder also, und absolut nachvollziehbar, dass die turbulente, unberechenbare und berührende Maladée nicht selten als bunte Mischung aus Mata Hari, Mireille Mathieu und Louis de Funès charakterisiert wird.
© Harald Hoffmann
Maladée
Völlig zu Recht erntet Maladée auf ihrer Tournee durchweg begeisterte Kritiken und hat jüngst die begehrte wie renommierte „Tuttlinger Krähe“ gewonnen, womit sie sich in eine Reihe mit klingenden Namen wie Horst Evers, Miss Allie, Lennart Schilgen, Lars Reichow und Suchtpotenzial einreiht. Und eines steht schon heute fest: Auch in Aschaffenburg wird „die Rampensau in dritter Generation“ (Eigenbeschreibung) von einem völlig begeisterten Publikum auf Händen getragen werden. So wie es eine – wenn auch sehr chaotische – Diva verdient!
