Nicht nur beim großen Anrollern der Vespa Classico Aschaffenburg am 1. Mai zog das tierische Beiwagen-Gespann an der Spitze des Corsos alle Blicke auf sich, auch in den sozialen Netzwerken entwickeln sich die Cruisingabenteuer von Labrador Koda prächtig. Doch wie kam der junge Rüde in den Beiwagen?
Die Antwort ist naheliegend: Schon seit Welpentagen ist Koda Stammgast beim Vespa-Club und war sowohl beim Schrauben als auch bei den Ausflügen immer dabei. Als der Beiwagen bei seinen Besitzern Julia und Frank einzog, hat er ihn ohne Zwang und aus reiner Neugier sofort für sich beansprucht – und bis heute nicht mehr hergegeben. Doch wenn es auf die Strecke geht, gibt es auch für Koda Regeln: Selbstverständlich wird sich angeschnallt und die sensiblen Augen und Ohren mit Brille und Windschutz bedeckt. Dann steht bei gutem Wetter den regelmäßigen Ausflügen durch den Kreis AB, den Spessart oder quer durch MKK nichts mehr im Weg. Dabei gilt nicht nur stets, dass der Weg das Ziel ist, sondern die gemeinsame Quality-Time des cruisenden Trios schlägt auch immer die Kilometerzahl. Spätestens nach 45 Minuten werden sowieso ausgedehnte Pausen eingelegt, damit Koda in Ruhe die Umgebung erkunden, nach Herzenslust schnüffeln und sich ausgiebig bewegen kann.
Wenn das Gespann aber fährt, ist der einjährige Labrador die Ruhe selbst und mit seinem Outfit natürlich für Passanten, Kinder, Hundebesitzer und andere Verkehrsteilnehmer ein absoluter Blickfang. Staunende oder lachende Gesichter sind für Koda und sein Frauchen und Herrchen daher inzwischen schon genauso die Regel wie gehobene Daumen oder gezückte Handys. Was aber alle am meisten freut: Die schönen Gespräche, die sich mit fremden Menschen ebenso entwickeln wie mit anderen Personen aus der Vespa-Community und das durchweg positive Feedback, das sie erhalten.
Und da die FRIZZen eben die FRIZZen sind und sich auch in der eigenen Redaktion drei FellFRIZZen täglich „ihren Lebensunterhalt verdienen“, haben wir an dieser Stelle mal schlank drauf verzichtet, uns mit Frauchen Julia oder Herrchen Frank zu unterhalten, sondern uns mit Koda direkt auf einen kleinen Plausch und zwo, drei Leckerlis getroffen.
© Till Benzin
Koda on the Road
FRIZZ Das Magazin: Hey Koda, wer von euch bestimmt bei einer Ausfahrt eigentlich, wo es langgeht?
Koda: Also offiziell natürlich Daddy. Der sitzt vorne, hält den Lenker fest und tut immer sehr wichtig. In Wirklichkeit habe ich das aber ganz gut im Griff, denn gesteuert wird per Gewichtsverlagerung. Wenn ich mich ein bisschen anders hinlege oder interessiert in eine Richtung schnuppere, merkt er das. Am liebsten fahren wir einfach drauf los und immer der Nase nach. Und ich finde, wer die beste Nase hat, sollte auch die Richtung vorgeben.
Wenn’s nach dir geht: Würdest du gerne mal mit Herrchen Platz tauschen?
Puh, klingt schon ziemlich cool. Aber mal ehrlich: Ein Hund wie ich fährt nicht selbst, der wird gefahren. Ich bleib’ da lieber Beiwagenchef, so kann ich mich besser auf die Umgebung und vor allem die Gerüche konzentrieren.
© Till Benzin
Koda mit Familie
Was sagt eigentlich dein Frauchen dazu, dass sie nicht im Beiwagen mitfahren darf?
Mommy behauptet immer, sie gönnt mir meinen Platz. Aber manchmal guckt sie schon ein bisschen neidisch, wenn ich geschniegelt mit Fliegerbrille und Kutte im Beiwagen sitze. Früher saß nämlich sie im Beiwagen und hatte mich auf dem Schoß. Heute bin ich mit meinen 35 Kilo aber schwer genug, dass ich ganz alleine dort sitzen darf. In der Zeit verwaltet sie meine Leckerlis und manchmal kommt sie auch mit ihrer eigenen Vespa mit oder eskortiert uns im Bulli als Besen- und Werkstattwagen.
Kann man als cooler Beiwagen-Pilot eigentlich besonders gut Mädels aufreißen?
Sagen wir mal so: Meine wehenden Ohren im Fahrtwind sind einfach unwiderstehlich. Aber nur, wenn ich Mommys Schlauchschal nicht tragen muss. Sie sagt, ich soll mit meinen Ohren keine Bienen oder Fliegen sammeln, aber mit Daddy darf ich auch mal ohne fahren. Wenn wir dann nicht zu schnell unterwegs sind, winkt mir jedes Mädel zu. Und glaub’ mir, auch die ein oder andere hübsche Hündin hat sich schon nach mir umgedreht und mir zugeschwänzelt. Meine große Liebe, außer Mommy, habe ich bisher aber noch nicht gefunden. Kontaktanfragen daher also sehr gerne über mein Instagram-Profil.
Welche sind deine Lieblingsstrecken?
Alles mit vielen Gerüchen! Am liebsten fahre ich für ein Vanilleeis zur Eisdiele oder zu Pizza bei Toni nach Aschaffenburg. Ich finde ja, dort ist der Pizzarand besonders lecker. Außerdem liebe ich die Fahrten ins Clubheim vom Vespa Classico Aschaffenburg. Das Gelände ist der Wahnsinn – so viel Platz zum Toben nach einer Tour! Dort bekomme ich ganz viele Streicheleinheiten und das ein oder andere Leckerli von meiner Fanbase. Die aufregendste Fahrt bisher aber war das Anführen von 230 Vespa-Freunden am 1. Mai. Ich durfte direkt hinter der Polizei fahren und alle sind „nur mir“ gefolgt. Da soll noch mal jemand sagen, mein Daddy bestimmt den Weg.
© Till Benzin
Koda on the Road
Wo würdest du unheimlich gerne mal rumcruisen?
In Bella Italia, mit Sand unter den Pfoten und Zitrusduft in der Nase. Oder in den Alpen, mit klarer Bergluft und einer Abkühlung im Bergsee. Man sagt ja, der Blick in den Alpen ist unschlagbar. Meine Hundeeltern schwärmen jedenfalls ständig davon und erzählen auch immer vom „Dolce far niente“. Das scheint nämlich genau das zu sein, was ich jeden Tag mit ihnen habe: Zusammen chillen, Leckerlis genießen, von meiner Familie umgeben sein und immer wieder neue Abenteuer erleben.
Inzwischen forderst du ja dein Frauchen und Herrchen mittels Brillenwurf aktiv zur Ausfahrt auf. Könntest du quasi jeden Tag on Tour gehen?
Ähm … ja? Natürlich! Es gibt doch immer irgendwas zu entdecken. Außerdem sehe ich mich als wichtigen Kontrolleur meiner Lieblingsstrecken. Mommy und Daddy sagen aber: „Immer geht nicht.“ Manchmal muss ich mit ins Büro und meinem Job als Feel-Good-Manager nachgehen. An anderen Tagen steht Hundeschule auf dem Programm – da wird dann auch Konzentration von mir erwartet. Aber zur Belohnung versucht Daddy einmal die Woche mit mir eine Runde zum Kopffreikriegen zu drehen. Und ganz ehrlich: Das habe ich mir auch verdient.
Was ist das Schönste für dich an gemeinsamen Ausflügen?
Dass wir zusammen unterwegs sind. Klingt kitschig, ist aber so. Ich liebe dieses Gefühl: Der Motor brummt, der Fahrtwind weht, mein Herrchen vorne, ich daneben, Frauchen im Schlepp – und alle haben gute Laune. Das ist für mich Freiheit mit meiner Herzensfamilie.
Was sollte man noch über dich wissen?
Ich sehe vielleicht aus wie der coole Vespa-Rocker-Hund, aber zu Hause bin ich ein Labbi, wie er leibt und lebt: Mit den richtigen Leckerlis kann ich bis zu 35 Kommandos und ich schnarche lauter als mein Daddy. Ich liebe Socken, durchs Feld toben, Wasser und natürlich Kuscheln auf der Couch. Und das ist übrigens meine größte Errungenschaft: Daddy hat früher immer gesagt, ich darf nicht auf die Couch. Tja, jetzt darf ich sogar zusammen mit ihm dort auf seinem Bauch schlummern.

