Weiss-Blau-Cheftrainer Christoph Meyer redet im FRIZZ-Gespräch vorab über das kommende Event mit Mischa Zverev, verrückte Challenges und ein Jubiläumsfinale, bei dem garantiert nicht beim letzten Ballwechsel das Match des Tages beendet ist.
D er Sportclub Weiss-Blau Aschaffenburg wird in diesem Jahr stattliche 100. 1926 gegründet von hockeybegeisterten Aktiven wird auf der Anlage bei der Kleinen Schönbuschallee seit 1931 auch fleißig Tennis gespielt. Der Verein hat nicht nur 1948 die ersten Aschaffenburger Tennis-Stadtmeisterschaften ausgetragen, sondern etabliert sich in den darauffolgenden Jahren mehr und mehr als überregionale Größe im Tenniszirkus und bringt viele erfolgreiche Sportlerinnen und Sportler hervor. Cheftrainer Christoph Meyer, der in diesem FRIZZ-Gespräch stellvertretend für den SC Weiss-Blau redet, berichtet über aktuelle Events und darüber, was ein modernes Vereinsleben ausmacht.
© Till Benzin
Tennis Main Court
FRIZZ Das Magazin: Lieber Christoph, 100 Jahre Weiss-Blau und ihr beendet die vielen Feierlichkeiten nicht gerade ausklingend. Wie kam die Idee zustande, ein solch großes Tennisevent auf die Beine zu stellen?
Christoph Meyer: Ich habe 2025 im Herbst am letzten Tag der Frist online gesehen, dass man sich als Verein für die „Mischa Zverev Club Tour“ 2026 bewerben kann. Während ich mir abends ein Spiel von seinem Bruder Alexander angesehen habe, habe ich die Bewerbung geschrieben, und am nächsten Vormittag im Training hatte ich schon vom Manager das positive Feedback, dass Mischa gerne zu uns nach Aschaffenburg kommt. Für unser Jubiläumsjahr war somit klar, dass das ein ganz besonderes Highlight werden muss.
Ihr habt das Jubiläumsjahr quasi als Zeitreise inszeniert – vom Hockeyclub in den 1920er-/30ern über die Boris-Becker-Ära bis in die Gegenwart. Warum war euch ebendieses Timeframing wichtig?
Wir wollten nicht nur eine Feier, sondern mehrere Events über die Saison verteilen. So entstand die Idee, dass man jeweils auch eine Ära aus den letzten 100 Jahren thematisieren kann. Zur Saisoneröffnung und dem „Tanz in den Mai“ haben wir mit den 20/30er-Jahren gestartet. Zum Sommerfest während der Stadtmeisterschaften kamen die ehemaligen Spieler der Regionalligateams, die Ende der 70er und Anfang der 80er für Weiss-Blau die Bundesligaaufstiegsspiele bestritten. Dies fiel auch thematisch mit der Zeit zusammen, als Boris Becker auf unserer Anlage Deutscher Jugendmeister wurde. So kann man immer wieder den Mitgliedern ein paar Ereignisse aus 100 Jahren Weiss-Blau näherbringen, die sie zum Teil gar nicht kennen.
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Tennisanlage
Abschließend landet die Zeitmaschine nun also am 19.9. beim Tag mit Mischa Zverev und weiteren Abschlusshighlights. Warum passt ausgerechnet ER perfekt als Endpunkt der weiss-blauen Jubiläumsfeierlichkeiten und somit als „Ankunft in der Gegenwart“?
Mischas Bruder Alexander symbolisiert mit seinem Sieg in Roland Garros in diesem Jahr DIE Gegenwart des deutschen Tennis’. Der Name Zverev steht deswegen nicht nur für die Gegenwart, sondern auch gleichzeitig für die Zukunft, weil der Tennisnachwuchs ihm nacheifern möchte. Mischa ist somit nicht nur ein Vertreter des aktuellen Profitennis, sondern steht auch als Gesicht für den Padelsport, der aktuell in Deutschland richtig boomt. Er hat bei der Pro 7 Promi-Padel-WM teilgenommen und wird am 19.9. auch auf unseren neuen Padelcourts einen Teil des umfangreichen Programms absolvieren.
Ihr wollt das Publikum nicht nur zuschauen, sondern unbedingt auch mitspielen lassen. Was macht für dich den Unterschied zwischen einem passiven Tennis-Event und einem aktiven Tennis-Erlebnis aus?
Kern der „Mischa Zverev Club Tour“ ist ja generell, dass mal ein Tennisprofi „zum Anfassen“ in den Club kommt. Hier hat man die seltene Gelegenheit, selbst mit einem Tennisprofi auf dem Platz zu stehen, Bälle zu schlagen, ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen. Klar wird nicht jeder die Gelegenheit dazu haben, Bälle mit ihm zu schlagen, aber wir wollen es möglichst vielen Besuchern – vor allem Kindern – ermöglichen. Gerade für den Nachwuchs ist das etwas ganz Besonderes.
Nach Mischa Zverev kommt DJ Masilla mit seinem speziellen „Fifteen-Love-Set“ zur „biggest tennis party“ und verbreitet damit Clubsounds in der Kleinen Schönbuschallee. Warum gehört genau diese Afterparty für euch zwingend zum Konzept?
Fabio Masilla kommt aus dem Raum Aschaffenburg und macht national und international mit „Fifteen Love“ und „Padel Parranda“ ganz schön Furore. Zuletzt war er auch auf dem „World Club Dome“ in Frankfurt präsent. Übrigens war auch er Teil der Pro 7 Promi-Padel-WM und somit schließt sich der Kreis mit Mischa Zverev. Weiss-Blau wird schließlich nur einmal 100 Jahre alt und wir wollen es deswegen auch mal richtig krachen lassen. Was könnte da besser passen als so ein guter DJ, der thematisch perfekt zu Tennis und Padel passt?
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Vereinsheim
Tennis hat oftmals den Ruf, ziemlich elitär zu sein, denkt man beispielsweise an Wimbledon. Ihr setzt dagegen an diesem Tag auf Challenges, Padel, Food Trucks und eine DJ-Party. Siehst du hier die Zukunft des (Tennis-)Sports im Verein?
Tennis ist aktuell enorm angesagt – und das zeigt sich auch im Bereich Mode und Lifestyle. Der Tennissport an sich schafft es meiner Meinung nach sehr gut, Tradition und Zukunft zu verbinden, und auch Weiss-Blau geht diesen Weg und erneuert sich stetig. Wir haben als Club eine enorme Tradition, gleichzeitig sind wir aber ein völlig anderer als vor 50 Jahren, als das Elitäre vielleicht im Vordergrund stand. Wir sind heute ein Club für die ganze Familie. Mitglieder genießen ihre freie Zeit an unserem Pool oder im Restaurant auf unserer Clubterrasse – und seit diesem Jahr haben wir auch unsere Padelcourts, die unglaublich gut angenommen werden. Man kann eben auch mal neue Dinge ausprobieren und ein paar coolere Sachen einbauen, ohne sich von der Tradition abzuwenden.
Ihr hofft an diesem Tag auf viele interessierte Besucher auch abseits der üblichen Tennisbubble. Welche Publikumsresonanz wünscht ihr euch?
Klar ist die „Mischa Zverev Club Tour“ natürlich etwas für Tennisbegeisterte aus Aschaffenburg und dem gesamten Rhein-Main-Gebiet. Durch unser Padelangebot, was auch Teil des Programms sein wird, erweitert sich der Kreis schon mal erheblich. Das sehen wir ja auch schon in unserem täglichen Betrieb auf der Anlage. Die Afterparty mit „Fifteen Love“ wird noch mal zusätzlich ein anderes Publikum zu Weiss-Blau ziehen, das dadurch vielleicht erkennt, was für eine tolle und riesige Tennisanlage sich da eigentlich in Aschaffenburg verbirgt. Mit aktuell rund 750 Mitgliedern gehören wir schließlich zu den 15 größten Tennisclubs in ganz Bayern! Das bedeutet gleichzeitig auch, dass wir richtig viele Gäste am 19.9. verkraften. Wir wünschen uns einfach, dass die Leute einen tollen Tag haben, Tennis schauen, einen Profi zum Anfassen erleben und am Ende feiern können.
Nach all den Veranstaltungen des Jubiläumsjahrs – was möchtest du von 100 Jahren Weiss-Blau unbedingt mit in die nächsten 100 nehmen?
Ich möchte diesen Vibe, den Tennis insgesamt global im Sport und Lifestyle gerade hat, gepaart mit diesem Boom, den wir aktuell als Club erleben – wir haben in den letzten 18 Monaten 240 Neumitglieder begrüßen dürfen! – mit in die nächsten 100 Jahre nehmen. Tennis ist einfach der tollste Sport der Welt und es gibt nicht viele Clubs, wo man diesem Sport auf so großartige Art frönen kann.
Tennis oder Party – wer gewinnt am 19.9.?
Es wird eine große Tennisparty!

