Jung, gutaussehend, progressiv, nahbar, schwer in eine Schublade zu stecken und mit einem Abo auf Top10-Platzierungen und Goldalben – Vanessa Mai ist in der Welt des deutschen Schlagers eine Ausnahmekünstlerin, die eine deutlich jüngere Zielgruppe anspricht und für viel frischen Wind in der Musikszene des Landes sorgt.
Der Sound ist modern und orientiert sich deutlich an den Trends der aktuellen Popmusik, sie arbeitet gerne mit Artists aus anderen Genres von Pop bis Rap und Hip-Hop zusammen und präsentiert sich auch abseits der Bühne sehr natürlich. Zuletzt sorgte eine ausführliche Doku mit dem Titel „Mai Time Is Now“ für Furore, in der neben allen Erfolgen auch Phasen ausführlich zur Sprache kommen, die mit der klischeehaft heilen Welt des deutschsprachigen Schlagers so rein gar nichts zu tun haben. Wofür Vanessa Mai noch steht: Neun extrem erfolgreiche Studioalben, zahlreiche Gold- und Platinauszeichnungen sowie grandiose Liveshows, die den Fokus auf die Musik statt auf überladene Showelemente legen und jede Menge glückliche Gesichter und heiser gesungene Fankehlen nach ihren Konzerten zur Folge haben. Ohne Zweifel, Vanessa Mai ist eine Erfolgsformel im deutschen Musikbusiness. Zu Recht. Ende Oktober steht sie anlässlich des diesjährigen StaplerCup-Finales erstmals in Aschaffenburg auf der Bühne und wechselt obendrein – wie die bisherigen Live-Acts dieses Mega-Events auch – beim CharityCup hinters Lenkrad. Dabei stets an ihrer Seite der Aschaffenburger Jan „Kaiser“ Stürmer, der schon viele Jahre als Gitarrist ihrer Liveband fungiert und seinen Teil zum unverwechselbaren Sound der Sängerin aus Backnang beiträgt. Klar also, dass FRIZZ Das Magazin vorab mit Vanessa Mai gesprochen hat …
Vanessa Mai
FRIZZ Das Magazin: Deine Musik besticht durch moderne Sounds, du kollaborierst mit Pop- und Rap-Artists und hast so rein gar nichts mit der klischeehaften „Heile Welt“-Schlagerattitüde gemein. Wie würdest du dich, deine Musik und deinen künstlerischen Auftrag selbst kategorisieren?
Vanessa Mai: Ich kategorisiere grundsätzlich nichts. Es macht das Leben besser. Ich mache, was mein Herz mir sagt und auf welche Musik oder welche Sounds oder welche Themen ich gerade Lust habe. Ich habe keine Angst, sondern habe Spaß an allem, was ich machen darf.
Obwohl du mit deiner Karriere als Sängerin ja eigentlich komplett ausgelastet bist, sieht man dich auch als Schauspielerin, Tänzerin, Entertainerin und Moderatorin. Benötigt ein multitalentierter Geist wie du diese Abwechslung oder ist es nicht doch eher anstrengend, den Überblick und Fokus zu behalten?
Gerade diese Abwechslung lässt einen fit im Kopf bleiben und man bekommt eine gewisse Vogelperspektive. Jeder Tag sieht anders aus und fordert mich neu heraus und lässt mich natürlich unabhängig sein. Was für mich mein größtes Ziel ist, das ich bis jetzt erreicht habe.
Ich bin sehr konsequent und sensibel, was Menschen angeht.
Du hast in einem Interview mal einen bemerkenswerten Satz gesagt: Du versuchst, dir ein Umfeld zu schaffen, das dir Energie gibt, anstelle eines, das die Energie aussaugt. Wie gehst du das an?
Don’t work with assholes (lacht). Ich bin sehr konsequent und sensibel, was Menschen angeht. Was mir nicht gut tut, mache ich nicht. Ich achte sehr auf mich und mein Team, welches den Weg mit mir geht. Wenn da jemand nicht reinpasst, spüre ich das sofort. Ich versuche immer eine Position zu wahren, die mich unabhängig bleiben lässt.
Abseits der Bühne zeigst du dich stets uneitel, gerne auch mal ungeschminkt, nahbar, setzt dich für Body-Positivity ein und scheust dich nicht, dich auch zu anderen ernsten Themen zu positionieren. Warum ist es dir so wichtig, auch regelmäßig diese „steinigen Wege“ zu gehen?
Das ist das Leben. Da ist nicht immer alles gefiltert und perfekt. Gerade in der heutigen Zeit finde ich es sehr wichtig, dahingehend ein gutes Vorbild für junge Menschen zu sein.
Wie eingangs schon erwähnt, hast du im Lauf deiner Karriere zahlreiche Duette und Auftritte mit Künstlern – auch aus anderen Genres – produziert und absolviert. Gibt es einen musikalischen Wunschpartner, mit dem du unbedingt noch zusammenarbeiten möchtest?
Alle meine Collabs mit anderen Künstlerinnen und Künstlern habe ich mir nicht mal erträumt. Ich lass’ das immer auf mich zukommen. Wichtig ist mir, dass die Menschen wirklich Lust und Spaß haben, mit mir zu arbeiten.
Welche Musik läuft im Tourbus, wenn du mit der Playlist an der Reihe bist?
Taylor Swift.
Im Oktober bist du im Rahmen des StaplerCups erstmals live in Aschaffenburg auf der Bühne. Hast du, außer über Jan Stürmer, schon einen Bezug zu unserer Stadt?
Ich freue mich sehr auf diesen Auftritt, da wir in dieser Region noch nicht waren. Ich freue mich schon sehr darauf, die Leute vor der Bühne für einen Moment happy zu machen und aus dem Alltag rauszuholen.
Du fährst auch beim CharityCup, bei dem bekannte Persönlichkeiten für den guten Zweck in den Stapler steigen, mit. Saßt du schon mal hinter dem Steuer eines Staplers? Bist du aufgeregt?
Noch nie und ich glaube, wie ich mich kenne, fahre ich irgendwo dagegen (lacht). Also Achtung, wenn die Mai am Steuer sitzt! Spaß, ich bin eigentlich eine gute Autofahrerin, auch wenn mein Mann etwas anderes behauptet, aber ich freue mich immer auf neue Herausforderungen und werde auch dieser mutig und entschlossen gegenübertreten.
Einfach ganz laut mitsingen und die Hände hochnehmen, wenn ich es sage.
Was müssen die Aschaffenburger tun, damit dieser Auftritt dein schönster im Jahr 2023 wird?
Einfach ganz laut mitsingen und die Hände hochnehmen, wenn ich es sage (lacht.)
Unsere finale Frage, die wir allen Bühnenmenschen stellen: Was ist das allerletzte, das du tust, bevor du auf die Bühne gehst?
Einen Check mit Andreas machen und davor kurz mit der Band was trinken.
FRIZZ Das Magazin dankt für das Gespräch im Vorfeld.
