Prosit Neujahr, alle miteinander! Und neues Jahr, neues Glück? Oder so ähnlich? Vielleicht sollten wir es einmal mit Roulette, Poker oder dem einarmigen Banditen versuchen? In diesen defensiven und unterkühlten Zeiten. Oder alles auf „Liebesspieler“ setzen? Wie weiland die Toten Hosen. Die ich ja gar nicht mehr mag, weil ich finde, dass sie die Kontrolle verloren haben und über keinerlei Selbstironie verfügen. Dazu sich obendrein gar nicht schämen, einen so fürchterlichen Song wie „An Tagen wie diesen“ veröffentlicht zu haben, ohne hinterher die Band aufzulösen. Und die es auch nicht in den Griff bekommen, dass Menschen, die zu ihren Konzerten gehen, gleichzeitig auch die AfD wählen. Nicht alle, aber doch einige. Das habe ich zwar nicht überprüft, bin mir aber ziemlich sicher. So sicher, wie ich der Auffassung bin, dass die Generation Deutschland vollgepackt mit einem Haufen von Spacken und Vollidioten ist. Und natürlich an keiner Stelle für eine ganze Generation spricht oder steht, ganz im Gegenteil. Sondern nur ein Sammelbecken für einen Haufen rückwärtsgewandter und konservativer Burschenschaftler mit und ohne Schmiss und Nazis ist. Zumindest kenne ich keine lässigen Jugendliche, die sich von dieser Verbindung angesprochen fühlen, geschweige denn auf Fassbier und Tracht stehen. Nur mal so. Damit da kein falsches Bild entsteht. Anyway.
All-you-can-eat-Büffets bringen ausschließlich nur das Schlechte im Menschen hervor.
Noch lieber als die Generation Deutschland zwar, aber noch viel weniger als die Toten Hosen, mag ich allerdings All-you-can-eat-Büffets. Ich finde All-you-can-eat-Büffets gehören schlichtweg verboten. Und ich fordere selten ein Verbot von irgendwas, weil ich der festen Überzeugung bin, dass Vernunft und der gesunde Menschenverstand am Ende siegen werden. Doch bei All-you-can-eat-Büffets mache ich eine Ausnahme. Denn sie halten sich hartnäckig, wie Aki Watzke bei Borussia Dortmund. Diese Büffets sind der wahrgewordene Irrsinn sinnfreier Völlerei, ein Ausdruck enthemmter Fresserei ohne Geschmack, Stil und Etikette. All-you-can-eat-Büffets bringen ausschließlich nur das Schlechte im Menschen hervor. Vor und hinter der Theke. Hinter der Theke, weil die Köche nicht zurückschrecken, alles noch halbwegs Essbare zu verarbeiten, im Zweifel schmerzfrei zu würzen, nur um den Preis von meist zwischen 30 bis 40 Euro zu halten. Und vor der Theke, weil niemand Hirn und Verstand anschaltet und sich überlegt, dass hier etwas nicht stimmen kann. Ähnlich wie bei einem T-Shirt der Marke KiK. Beim All-you-can-eat-Grillbüffet schauen der Bauer und vor allem die Sau und die Kuh dumm aus der Wäsche und beim 3,99 Euro-Shirt die Baumwollpflücker gleichermaßen wie die Näherin in Bangladesch oder sonst wo auf der Welt. Na, schmeckt noch die vierte Portion Spare Ribs mit Barbecuesoße Texasstyle? Gut, dann kann es ja weiter gehen.
Es triggert permanent die „Es-ist-niemals-genug und ich lass-mich-nicht-bescheißen“-Taste.
Das All-you-can-eat-Büffet ruft allerdings noch etwas ganz anderes im Menschen hervor. Nämlich die permanente Sorge, man hätte für die 40 Euro noch deutlich viel mehr reinhauen können. Es triggert permanent die „Es-ist-niemals-genug und ich lass-mich-nicht-bescheißen“-Taste. Die Sorge, der Inhaber der Gaststätte könne an den 40 Euro noch mehr als üblich und am Ende eine goldene Nase verdient haben. Deshalb fressen alle so viel, bis der Magen knarzt und die gegrillten Rippchen aus den Ohren kommen. Aus diesem Grund laden auch alle noch mal den Teller randvoll, obwohl sie bis zum Anschlag satt sind. Besser in den Müll damit als dem Wirt was geschenkt. Hätte ich was zu sagen, ich würde alle zwingen, den ganzen Teller bis auf den letzten Krümel leer zu essen, bevor sie das Lokal verlassen. Allein, weil es dann schönes Wetter gibt! Ich glaube, würden wir All-you-can-eat-Büffets abschaffen, wäre das ein wegweisender Schritt in die richtige Richtung. Ein kleiner Meilenstein zu einer besseren Welt. Geleitet von Vernunft, ohne Songs wie an „Tagen wie diesen“ und ohne die Generation Deutschland. Vielleicht hat die sich vorher wenigstens am All-you-can-eat-Büffet zur Besinnungslosigkeit gefressen.
