Es gibt Orte, die eine gewisse Magie versprühen. Kraftorte, aufgeladen mit Spiritualität, die uns den Einklang von Mensch und Umwelt spüren lassen, den stillen Atem der Natur. Die Kapelle „Herrin der Berge“ unter einem prächtigen Kastanienbaum oberhalb von Heimbuchenthal ist solch ein Ort.
Die Kapelle wurde 1853 von dem Heimbuchenthaler Peter Spieler errichtet. Dessen Bruder Konrad war, wie so viele andere, wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage im Spessart nach Amerika ausgewandert. Peter wollte seinem Bruder in der schönen neuen Welt einen Besuch abstatten, geriet aber während der Atlantiküberfahrt in einen schweren Sturm. Für den Fall seiner Rettung gelobte Peter noch auf dem Schiff den Bau einer Kapelle. Glücklich und unversehrt heimgekehrt beantragte er 1853 „… am Pfad zwischen Heimbuchenthal und Volkersbrunn … auf unser beiderseitiges Eigenthum … eine Kapelle errichten zu lassen.“ Die hölzerne Vorhalle kam 1930 dazu.
Die Szenerie ist einzigartig: Auf einer Art Hochplateau thront das weiß leuchtende Gotteshaus unter einem mächtigen Kastanienbaum. Die Wiesen-Lichtung ist gesäumt von erhabenen Bäumen und von hier oben bieten sich fantastische Ausblicke ins Tal und über das Blättermeer. Vor der Kapelle steht ein simples hölzernes Kreuz und auf Rastbänken kommt man zur Ruhe. Hier kann man zu sich finden, die Natur spüren, Eindrücke wirken lassen und Glücksmomente sammeln.
© Michael Seiterle
Räuberland Heimbuchenthal
Es gibt viele Wege, die hierher zur Herrin der Berge führen. Eine besonders schöne Tour ist der Räuberland-Pfad mit dem Titel „Höhen und Tiefen“. Die sogenannte Qualitätstour ist 12,1 Kilometer lang und nimmt in etwa dreieinhalb Stunden in Anspruch. Während der Rundtour sind ca. 300 Höhenmeter zu bewältigen. Start ist am Wanderparkplatz Buchrain direkt beim Musikpavillon in Heimbuchenthal. Die Tour ist durchgängig mit dem Zeichen „Räuberpfad“ markiert. Es zeigt eine Krone über einem grünen Weg in rotem Rahmen.
Ohne großen Höhenunterschied geht es zunächst im Tal der Elsava vorbei an der alten Eisenbahn und einem Grenzsteingarten bis zum Kurparksee. Immer zwischen Dorf und Elsava biegt die Tour dann in den Ort ein und erreicht die 1757 im Rokokostil erbaute St. Martin-Kirche. Weiter geht es nun über den Parkplatz des Hotels Lamm zu den Treppen und dann stetig und bisweilen recht steil bergauf bis zum Hochplateau mit der Herrin der Berge. Noch vor der Kapelle biegt man rechts ab und über den Feldwiesenweg in den Wald hinein, nun bergab. Die Landstraße wird überquert und kurz darauf ist Volkersbrunn erreicht. Am Wanderwegweiser geht es links ab, an der neuen Naturpark-Schutzhütte vorbei und mit immer wieder schönen Aussichten bis zum Weiler Heimathen (Einkehr im Heimathenhof). Die kleine Kapelle Maria Heimsuchung stammt aus dem Jahr 1804 und ist einen Blick wert. Die Bauern vom Heimathenhof ließen sie aus Dank errichten, weil sie von den Plünderungen der durch das Tal ziehenden französischen Soldaten verschont geblieben waren.
Von Heimathen führt die Tour am Hof vorbei und rechts und taucht bergab in den Wald ein. Es geht durch eine beeindruckende Allee von Dutzenden von uralten Lärchen und schließlich zum Höllhammer – einem ehemaligen Eisenhammer mit angeschlossenen Wirtschafts- und Dorfgebäuden – im Elsavatal. Der erste von einer Mühle getriebene Eisenhammer entstand um 1700, der nach dem Hofgut den Namen Höllhammer trug und 1795 von der Familie Rexroth übernommen wurde. Um 1830 lebten hier etwa 100 Menschen, es gab sogar eine Schule mit 30 Schülern. Bis 1891 wurde hier noch produziert, dann wurde das Gelände wieder zum Hofgut. Zu sehen ist das Knechtshaus mit dem Glockenturm, das Herrenhaus und die Schule. Leider kann das Gelände des Hofguts nicht betreten werden.
Dort geht es nun nach rechts, an der Scheune vorbei und dann scharf links wieder aus dem Tal heraus und durch den Wald weiter bis zum idyllisch gelegenen Waldsee. Von dort führt die Tour dann wieder hinunter in den Ort und ins Tal zum Musikpavillon am Ausgangspunkt.
Start: Musikpavillon Heimbuchenthal
Länge: 12,1 Kilometer
Dauer: ca. 3,5 Stunden
Höchster Punkt: 391 Meter
Tiefster Punkt: 195 Meter
Einkehr: Landhotel Heimathenhof & Hotel Lamm, Heimbuchenthal
Weitere Infos: Die Tour ist eine sog. „Räuberland-Qualitätstour“ und garantiert damit einen hohen Erlebniswert. Die Region rund um Heimbuchenthal nennt sich „Räuberland“ und ist eine von bundesweit nur ganz wenigen vom Deutschen Wanderverband zertifizierten „Qualitätsregionen Wanderbares Deutschland“. Infos, GPS-Daten & Links zu Tourenportalen: www.raeuberland.com

