Uuuuuund da simmer wieder – Stadtfest, Baby! Für die einen oder anderen, die in ihrem Leben rund um die Monate Juli, August und September schon mal ein FRIZZ-Heft durchgeblättert haben, dürfte es keine neue Nachricht sein, dass diese Tage für unsere kleine Kuschelbude immer etwas ganz Besonderes sind. Allen anderen sei an dieser Stelle gesagt: Isso!
Um das ganze Getöse bei den FRIZZen rund um das Wochenende der Wochenenden irgendwie in einen prägnanten Begriff zu gießen, wurde irgendwann mal die Begrifflichkeit „AUSNAHMEZUSTAND“ eingeführt. Immer großgeschrieben und am besten noch mit fuffzehn Ausrufezeichen hintendran, schließlich muss diese Zusammenfassung so laut und deutlich wie möglich daherkommen. Denn sie passt nach all den Jahren einfach immer noch wie die Faust aufs Auge. In den vergangenen Jahren haben wir euch das, was wir in diesen verrückten Tagen rund um Goldbacher Straße und Schlosshof so erleben, immer minutengenau in einer Art „Protokoll des Wahnsinns“ als Rückschau präsentiert. In diesem Jahr werden wir das Format aber ändern, denn die gesammelten Schandtaten der FRIZZen hat unser Redaktions-Philosoph Föb in gewohnt geschliffener Sprache und mit der Schärfe eines chirurgischen Instruments bereits am Aufbau-Donnerstag mit dem Brustton der Überzeugung zusammengefasst: „Wir bauen jedes Jahr die gleiche Scheiße und lernen nix daraus!“ Well played, Föb! Mit dieser Zusammenfassung machen die Minutenprotokolle aus den letzten Jahren tatsächlich Punkt für Punkt Sinn und sind vollumfänglich analysiert. Aber im Ernst, natürlich haben wir auch in diesem Jahr wieder viel über uns selbst gelacht. Wir sind aber auch ab und zu über uns hinausgewachsen und haben viel realisiert, von dem wir am Anfang gar nicht wussten, dass wir das können. Und dann gab es wieder diese Highlights, Kuriositäten, kleinen und großen Ereignisse und Erlebnisse, wie sie nur dieser vollkommene Stadtfest-Wahnsinn hervorbringt …
© André Eich
Stadtfest 2023 „Radioattack“
Öfter mal was Neues! Pt. I
Die größte Neuerung habt ihr alle natürlich auch mitbekommen und, so unsere Einschätzung, auch ordentlich gefeiert: Das Stadtfest hat einen halben Tag dazubekommen. Die Premiere des Freitagabends voll mit Musik, Feierei und Stimmung war schon lange ein Herzenswunsch, der aber für uns – und alle anderen Bühnenbetreiber auch – mit viel Aufwand und Planung verbunden war. Kalkulationen, Bestellungen, Material, Personal, Infrastruktur, Absprachen und Genehmigungen – ganz viele Punkte aus den Vorjahren mussten komplett überarbeitet werden. Hat es sich gelohnt? Auf jeden Fall: Knallvolle Location und Partystimmung pur bei Radioattack und den Music Monks in der Goldbacher Straße, gleiches Bild inklusive zwischenzeitlichem Einlassstopp wegen drohender Überfüllung bei den Schlagerschlampen im Schlosshof. Und überhaupt: Alle teilnehmenden Bühnen meldeten volles Haus, was uns einfach richtig freut. Aschaffenburg ist um ein weiteres Highlight reicher!
Öfter mal was Neues! Pt. II
Mit Ragetrack, Tequila Terminators, Goldstars, Die Schwiegersöhne und Met Eagle waren gleich fünf Stadtfestneulinge auf den Bühnen in der Goldbacher Straße und im Schlosshof. Dazu mit Radioattack, Minotaurus, BABA-Explosion und den Music Monks Bands, die schon mehrere Jahre nicht mehr dabei waren – wie immer waren wir sehr darum bemüht, Abwechslung ins Programm zu bringen. Leider mussten Ragetrack ihren Gig kurzfristig aus familiären Gründen absagen, mit dem HIM-Tribute „Kiss Of Dawn“ hat aber dafür eine weitere Top-Band ihre Premiere auf unserer Bühne gefeiert. Was! Für! Ein! Einstand! Und das mit Ragetrack verschieben wir einfach auf das kommende Jahr. Bleibt einfach mehr Zeit zur Vorfreude.
© Tim Stöckinger; TEVI Media
Stadtfest 2023 „Schlagerschlampen“
Unvergessliche Bilder Pt. I
Die Black Hearts sind schon seit einigen Jahren Stammgäste zum Auftakt unserer Schlappeseppel-Bühne in den Stadtfest-Sonntag. Wer für dieses Abo eine Erklärung benötigt, dem sei folgendes Bild vom 27.8., 14.12 Uhr aus der vollen Goldbacher beschrieben: Ein sehr, sehr gut gelauntes Pärchen in den Dreißigern, sie mit großer Rastamähne, er im Basketballshirt, feiert seit dem ersten Lied sehr ausgelassen, ausdrucksstark und raumgreifend direkt vor der Bühne das Rock ’n’ Roll-Best-Of der Herren Heun & Co., ein paar Meter weiter tanzen mehrere Paare 50+ sehr stilsicher und gekonnt die ganzen wunderbaren Tänze dieser Zeit und mittendrin steht ein weißhaariger Senior, auf einen Stock gestützt und ansonsten scheinbar regungslos, blickt gebannt auf die Bühne und singt den gesamten Text von „Suspicious Minds“ von vorne bis hinten mit. Rock ’n’ Roll verbindet Generationen und sorgt einfach für ’ne gute Zeit. Sinnbildlich für das ganze Stadtfest – und deshalb schlichtweg gesetzt! Und dem Black Hearts-Gitarrenmann Philipp kaufen wir mal einen Gürtel …
Gute Vorsätze Pt. I
Treue Leser unserer Chroniken wissen, dass das alljährliche Pre-Aufbau-Verladen des FRIZZschen Materials und der unfassbar schweren Cases durch die hauseigene AH-Truppe im Lager gerne mal die Anmutung, die inhaltliche Qualität und das (Fremd-)Schampotenzial von alten Didi Hallervorden-Sketchen in sich vereint. Dieses Jahr aber der Durchbruch: Man beschließt in einem Anfall von Euphorie, Größenwahn und Heimwerker-Machismo, am Tag darauf direkt in den Baumarkt zu fahren und für die schwersten drei Dreckskisten endlich mal Rollen zu kaufen und diese zahlreich unter eben diese zu spaxen. Damit wären die Cases nicht nur endlich mal ohne einen Arbeitselefanten zu bewegen, sondern auch drei sehr sichere Bandscheibenvorfälle per anno von der Liste der Notfall-OPs zu streichen. Innovation kann so einfach sein!
© André Eich
Stadtfest 2023
Der Sprint des Jahres
Am Freitagabend durften wir die Music Monks nach einigen Jahren Pause wieder mal auf der Bühne begrüßen. Im Lineup der Band stand an diesem Abend auch Daniel „Flecko“ Fleckenstein, für den dieser Abend gleich in vielerlei Hinsicht eine schweißtreibende Sache war. Er moderierte auf der Bühne der Kollegen von Radio Primavera die offizielle Stadtfesteröffnung, sprintete in feinster Usain-Bolt-Manier in die Goldbacher Straße und direkt auf die Bühne, zog mit den Monks die Gasse auf links und pflügte sich nach dem letzten Ton wieder direkt zurück zum Schlossplatz, um den dortigen Headliner Waterproof abzumoderieren. Sekundengenaues Timing nennt man das und wir ziehen unseren Hut in tiefer Bewunderung vor dieser sportlichen Höchstleistung. Schön, dass wir dann viel später am Abend mit ein, zwei isotonischen Getränken im Backstagebereich zur Regeneration des tapferen Athleten beitragen konnten!
Unvergessliche Bilder Pt. II
Wir sind uns einig: Solange Betrieb auf den Straßen und den Bühnen war, war’s wettermäßig rundum perfekt. Heißt ja aber nicht, dass es nicht einmal so richtig fett geschüttet hat, und zwar in der Nacht von Freitag auf Samstag. Im Freudentaumel über den mehr als gelungenen Stadtfestauftakt wurden die verbliebenen Insassen des örtlichen Backstagebereiches zu diesem Zeitpunkt von dem Monsterguss und den knöchelhohen Wassermassen tatsächlich halbwegs überrascht. Was darin mündete, dass alle fünfzehn, zwanzig Mann hastig auf die Bühne flüchteten und dort dicht aneinander gekuschelt im wahrsten Sinne des Wortes auf besseres Wetter warteten. Sehr schnell machte allerdings die Erkenntnis die Runde, dass man getränketechnisch leider komplett auf dem Trockenen saß, obwohl in der in Sichtweite befindlichen Cocktailbar noch Licht brannte. Was sollen wir sagen? „Schnick, Schnack, Schnuck“ regelt und wenige Minuten später kam der völlig durchnässte Verlierer mit zwei Flaschen Hochprozentigem plus Geschmacksverstärker und Farbgeber zurück unters trockene Bühnendach. Dass es kaum eine Minute später aufgehört hat zu regnen, ändert nichts an der Tatsache, dass diese Nacht einen neuen Helden geboren hat. Cheers und so!
© Evely Neschenz; TEVI Media
Stadtfest 2023
Gerüchteküche Pt. I
Dass die Last Man Standing von Freitagnacht (inklusive unserer Technikcrew) durch die cocktailschwangere, gesellige Bühnen-Regen-Runde so auf den Geschmack gekommen sind, dass sie in den folgenden 48 Stunden eine Furche zwischen Backstage und Cocktailbar in den Asphalt gelaufen haben, ist zwar eine wirklich hübsche Vorstellung und könnte als Challenge für die kommenden Jahre in die Bücher geschrieben werden – gehört aber in der Anekdotensammlung 2023 definitiv in den Bereich des Seemannsgarns.
Gute Vorsätze Pt. II
Nachdem es unser hochheiliger Gastrochef, Obercoach aller Motivationscoaches und wandelndes Musterbeispiel für überbordendes Selbstbewusstsein in einer Person mit Namen Peter P. es bei den vergangenen zwei Stadtfesten geschafft hat, die Weizenhähne pünktlich zur Thekeneröffnung genau nicht an den Start zu bringen, hat er sich für dieses Jahr vorgenommen, alles besser zu machen. Bereits ab Freitagmittag kaum noch ansprechbar, völlig auf die Zapfhähne fokussiert und schlichtweg im Weizentunnel arbeitete er akribisch an der Wiederherstellung der letzten Reste seines Rufs als inoffizieller König des gezapften Bieres in der Goldbacher Straße. Und siehe da –nach gerade einmal 12 Monaten Vorbereitung und völlig ohne Youtube-Turtorial wurde bei der offiziellen Thekeneröffnung dem staunenden FRIZZ-Kompetenzteam (genau, das sind die, die immer alles besser wissen, aber auch nix besser können) von Peter feinstes, kühles Weizenbier kredenzt. So richtig mit Schaumkrone und allem Zipp und Zapp. Er kanns noch! Ob er dadurch jetzt aber vollständig rehabilitiert ist, müssen wir aber noch ausknobeln.
© André Eich
Stadtfest 2023 „Black Hearts“
Öfter mal was Neues! Pt. III
Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, fliegt unsere Technikcrew das restliche Jahr gerne auf diversen großen Festivals in ganz Europa rum und ist zuletzt kurz vorm Stadtfest im Wackenschlamm versunken. Wo verortet man solche Jungs und Mädels also, wenn sie nach Feierabend noch Lust auf zwodrei Drinks haben? Unsere naheliegenden Tipps wie Gully, Deadend, Bierbrunnen oder Krokodil liefen allesamt ins Leere, als wir uns zur samstagmittaglichen Besprechung rund um den funktionierenden Weizenhahn versammelten. Denn die Crew ist mal schlank ins Lipperty’s eingelaufen und hat dort anscheinend eine richtig dicke Party gefeiert. Man munkelt zwar, dass sich das Personal erst mal an Taktung und Menge der Getränkebestellungen gewöhnen musste, aber anscheinend war’s für alle ein prima Tagesausklang. Und zwar so prima, dass die gesamte Mannschaft keine 24 Stunden später die Bar direkt wieder angesteuert hat. Wenn das mal kein Indiz für eine neue Freundschaft ist. Aschaffenburg ist bunt!
Gerüchteküche Pt. II
Die Blutjungs … Nach dem krankheitsbedingten Ausfall unserer Helden in Netzstrumpfhosen 2022 konnte die große Splatterpop-Sause ja in diesem Jahr bekanntlich steigen. Was war das wieder eine Show – und für uns einer der absoluten Höhepunkte des diesjährigen Stadtfestes. Warum Martin Großmann allerdings von der Bühne aus das Gerücht in die Menge streute, wir würden die Band mit 120 Euro Gage nach Hause schicken ist uns schier unergründlich. Denn so viel Kohle haben wir für die Blutjungs noch nie bezahlt. Ok, Spaß. In Wirklichkeit sind’s 130 Euro. Gnahahaha.
Unvergessliche Bilder Pt. III
Der von uns in diversen Rückschauen so oft besungene Peter P. ist ja im Verlauf eines solchen Stadtfestes nicht nur Thekenchef, Personaloberhäuptling und – in seinen eigenen Augen – anbetungswürdiger Minidiktator, sondern bislang auch Herr über Auf- und Abbau in der Goldbacher Straße. Gewesen. Denn logistische Gründe sorgten dafür, dass die armen FRIZZen im Schlosshof diesmal unter seiner Aufsicht die Brocken wegräumen durften. Was in der Goldbacher Straße zu gänzlich unbekannten und deshalb so bewegenden Bildern führte: Keine Peitschenhiebe waren zu hören, die Crew getraute sich auch mal zu gehen statt zu rennen und den ein oder anderen Kollegen sah man sogar mal schüchtern lächeln. Unfassbar. Müssen wir dringend wieder ändern.
© André Eich
Stadtfest 2023
Gute Vorsätze – das Ergebnis
Tja, was sollen wir sagen? Als wir in der Nacht von Sonntag auf Montag die letzten Cases in den LKW laden wollten, ist uns aufgefallen, dass wir die Einkaufstour in den Baumarkt grandios vergessen haben. Mussten wir eben diese elendig schweren drei Miststücke, um die es bei diesem Vorhaben ging, wieder per Hand verarbeiten. Oder wie es unser lieber Föb schon eingangs so passend erwähnte: „Wir bauen jedes Jahr die gleiche Scheiße und lernen nix daraus!“ 2024 der nächste Anlauf, versprochen!
