Michael und sein Bruder Matthias Klein sowie Mitstreiter Steffen Müller führen seit 2023 den Brettspielverlag Montu Games mit Sitz in Aschaffenburg. Bereits mit ihrem ersten eigenen Spiel „Metal Bango“ konnten sie für Aufsehen sorgen.
In Kürze erscheint ihr neu entwickeltes Familienspiel „Turbo Tiere“. Ob als Einstieg in die Welt der Brettspiele für Kinder – oder als Grand Prix-Turnier für Erwachsene – „Turbo Tiere“ macht vor allem eines: großen Spaß! FRIZZ Das Magazin hat Hobby-Spiele-Erfinder Michael Klein zum Gespräch getroffen.
FRIZZ DAS MAGAZIN: Wie ist die Idee zu „Turbo Tiere“ entstanden?
Michael Klein: „Vor einigen Jahren habe ich gemeinsam mit meinem Sohn Jonah festgestellt, dass es kein cooles Auto-Renn-Brettspiel gibt. Für kleine Kids schon. Und für Profi-Spieler auch. Aber nichts, was man als Familie gemeinsam spielen könnte. Da entschieden wir, selbst eines zu erfinden. Bis zum ersten spielbaren Prototyp ist alles auf Pappe und Papier in unserer Wohnung in Aschaffenburg entstanden. Anschließend haben wir das Spiel zusammen mit meinem Bruder und der Community von Montu Games (und unserer Illustratorin Leonie) über viele Monate hinweg in hunderten Spielpartien zu Ende entwickelt. Und wirklich: Wir hatten in jeder davon ziemlich viel Spaß!
Turbo Tiere
Kannst du uns kurz erklären, wie das Spiel abläuft?
„Turbo Tiere“ ist ein spaßiges Rennspiel, bei dem man mit tierisch coolen Fahrern in flotten Fahrzeugen versucht als erstes über die Ziellinie zu rasen. Das Besondere: Die Fahrer und Fahrzeuge können beliebig miteinander kombiniert werden, um immer wieder neue Spielerlebnisse zu erhalten. Auch die Rennstrecke ist jedes Mal neu und birgt immer wieder unerwartete Überraschungen. Das Spiel bringt den Spaß und die Unberechenbarkeit eines analogen „Mario Kart“ auf den Spieletisch. Außerdem laden die 3D-Miniaturen der niedlichen Fahrer direkt zum Spielen ein.
Wie bist du zum Brettspiel-Hobby gekommen?
Gespielt habe ich schon immer gerne. Und wie bei so vielen anderen auch, hat dann „Die Siedler von Catan“ die Leidenschaft und Begeisterung für Brettspiele aller Art befeuert und damit die Türen in die sich rasant entwickelnde Branche aufgestoßen.
Ihr seid leidenschaftliche analoge Gamer. Welche Spiele haben es euch in der letzten Zeit besonders angetan? Und was sind deine drei absoluten Lieblingsspiele?
„Das ist immer eine gemeine Frage, denn das hängt auch viel von verfügbarer Zeit, der Stimmung und davon ab, mit wem man spielt. Im Moment kann man mich für eine Partie „Endeavor – Die Tiefsee“, „Arche Nova“ oder „The Loop“ aber immer begeistern. Mein ewiger Favorit dürfte „T.I.M.E. Stories“ sein.
Turbo Tiere
Was sorgt deiner Meinung nach für den großen Erfolg von Brett- und Gesellschaftsspielen in den letzten Jahren – trotz digitalen Overflows? Wie siehst du die Zukunft der Brettspiele?
Jeder Entwicklung folgt eine Gegenentwicklung. Inmitten des digitalen Overflows sehnen sich viele Menschen nach echten, analogen Begegnungen, sozialer Nähe, Kreativität und einer Auszeit vom Bildschirm. Ein Spieleabend kann das alles auf einmal bieten. Die Branche boomt weiterhin. Beeindruckende Neuheiten und Social Media beflügeln das noch weiter!“
Neben etablierten Spielwarenherstellern wie Ravensburg, Hasbro etc. gibt es auch immer mehr Menschen, die ihr Hobby professionalisieren. Oft via Crowdfunding, oft mit eigener Finanzierung. Was sind die größten Herausforderungen für einen kleinen Hobbyverlag, wie ihr ihn mit „Montu Games“ betreibt?
„Montu Games“ ist professionell aufgestellt und soll zukünftig wirtschaftlich stabil funktionieren. Mit der rasant gewachsenen Spielevielfalt ist die Anzahl an Verlagen enorm gewachsen. Neben der Finanzierung der Spiele ist es das schwierigste, Sichtbarkeit via Marketing zu erzeugen und allen dort draußen zu zeigen, wie großartig unsere Spiele sind!
Vor über 40 Jahren fand die erste Spielemesse „Spiel“ in Essen statt. Wie hat sich die Brettspielszene innerhalb der letzten Jahre – eurer Meinung nach – gewandelt?
Die Szene hat sich enorm verändert. Die Welt der Brettspiele ist irrsinnig viel größer, bunter und vielfältiger geworden. Wo früher einfach gestrickte Gesellschaftsspiele den Großteil des Angebots ausmachten, gibt es heute so viel mehr: z.B. Spiele mit fortlaufenden Geschichten, bei denen die Handlungen das Spielgeschehen beeinflussen, kooperative Spiele, oder hochkomplexe Expertenspiele, die Computerspielen in nichts mehr nachstehen. Gleiches gilt auch für die Spielmechaniken und die Themenvielfalt.
„Turbo Tiere“ ist nach „Metal Bango“ bereits euer zweites Spiel – habt ihr anstehende Projekte und Ideen, über die ihr schon sprechen könnt und wenn ja, wie entsteht so ein Spielkonzept bei euch?
Ja, gemeinsam mit dem bekannten Wissenschafts-Podcast „Methodisch inkorrekt!" arbeiten wir derzeit an einem explosiven Brettspiel mit dem Arbeitstitel „Lab Rampage“. Unser ebenfalls in Entwicklung befindliches, kooperatives Spiel „Fin Guardians“ beschäftigt sich mit dem Thema Haischutz. Weitere Ideen sind auch schon aufgegriffe. Es lohnt sich also, uns per Newsletter oder auf Instagram zu folgen!
Wir wünschen euch viel Erfolg und weitere kreative Tüfteleien bei noch kommenden Spielideen.
