Der Herbst ist da – und mit ihm die schönste Wanderzeit! Genau aus diesem Grund setzen die FRIZZen in den kommenden Monaten den Rucksack auf und gehen an die frische Luft. Zum Auftakt haben wir gleich ein besonderes Tourschmankerl ausgesucht … Der Alte Schulweg in Dammbach hinauf zur Geishöhe ist einer der schönsten Pfade des Spessarts und Inbegriff eines verwunschenen Waldpfads. Hier trifft die oft überstrapazierte Bezeichnung „wildromantisch“ wirklich zu. Aber Achtung – es geht steil bergauf. Die Belohnung gibt es dann oben mit einem 360-Grad-Panorama vom Ludwig-Keller-Turm.
Dieser Weg war für die Schulkinder, die im auf der Geishöhe gelegenen Weiler Oberwintersbach – übrigens auch heute noch die höchst gelegene Siedlung im Spessart – lebten, früher der tägliche beschwerliche Schulweg. Bis 1968 mussten die Schülerinnen und Schüler auf der etwa drei Kilometer langen Strecke etwa 300 Höhenmeter überwinden, um nach dem Unterricht nach Hause auf die Geishöhe zu gelangen. Die Kinder nutzten diesen Weg ohne Begleitung Erwachsener zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter. Der Pfad war bei Schneefall nicht geräumt und der schmale Steg über den Dammbach hatte kein Geländer.
Neben dem Schulgang mussten die Kinder auch Besorgungen machen und die Lebensmittel mit auf die Geishöhe tragen. Im Jahr 1968, nachdem die Kinder einige Wochen streikten, hatte dann endlich die Gemeinde den Transport der Schulkinder übernommen. Der alte Schulweg geriet in Vergessenheit.
Heute startet der etwa einstündige Aufstieg am Maria-Stern-Platz im Dammbacher Ortsteil Wintersbach. Wanderer folgen hier der blau-gelben Markierung des Europäischen Kulturwegs.
Gleich zu Beginn bietet sich eine Möglichkeit zur ersten Rast: Eine Kletterburg, ein Schachspiel, Mehrgenerationen-Spielgeräte und auch eine kleiner Mountainbike-Parcours liegen an der Strecke.
© Michael Seiterle
Alter Schulweg Dammbach
Danach geht es zunächst an schönen Streuobstwiesen vorbei und durch Waldabschnitte hindurch, bis nach etwa anderthalb Kilometern der eigentliche Startpunkt des Alten Schulwegs erreicht ist. Nun geht es für knapp zwei Kilometer steil bergauf. Auf dem Weg nach oben erfährt man viel Wissenswertes, vor allem aber lässt sich die herrliche und vielseitige Natur erleben: Ein kleiner Bachlauf entlang des Wegs, von der Steinbrunnenquelle gespeist, bewässert viele Feuchtbiotope, in denen Frösche, Feuersalamander und Ringelnattern leben. Ein Waldlehrpfad erklärt die heimischen Gehölze. Viele Steinobelisken sowie Steinplatten säumen den Weg und laden zur Rast ein. Zeitzeugen wie eine Pumpstation aus dem Jahr 1923 und ein vergessener Mühlstein begleiten den Weg. Es gibt Ruhesteine, einen Summstein und ein Felsenmeer zu entdecken. Der Kreuzweg mit 14 aktuellen Bildern von den Dammbacher Passionsspielen lädt zur inneren Besinnung ein.
In Oberwintersbach kommt man aus dem Wald heraus und befindet sich auf einer Art Hochplateau. Hier lässt es sich prima im Gasthof Geißhöhe einkehren. Vorher sollte man aber noch die wenigen Meter zum Ludwig-Keller-Turm auf sich nehmen. Der 1936 vom Spessartbund errichtete Aussichtsturm bietet ein beeindruckendes 360-Grad-Panorama mit Blicken über das Spessart-Blättermeer bis zur Frankfurter Skyline, in den Odenwald und zum Taunus.
Für den Rückweg empfiehlt es sich, dem Europäischen Kulturweg weiter zu folgen. Dieser taucht nach kurzer Zeit wieder in den Wald ein und führt dann oberhalb von Dammbach zurück zum Ausgangspunkt. Ab dem Turm sind es etwa fünfeinhalb Kilometer zurück zum Start.
Start: Parkplatz Maria-Stern-Platz in Dammbach
Länge: 3,5 Kilometer
Dauer: ca. 75 Minuten
Höchster Punkt: ca. 520 Meter
Tiefster Punkt: ca. 200 Meter
Einkehr: Gasthof Geißhöhe, (Betriebsurlaub 31.8.–16.9.)
Weitere Infos: Der Alte Schulweg ist Teil des „Räuberpfads Himmelshirtenweg“ der Qualitätsregion Wanderbares Deutschland RÄUBERLAND. Infos, GPS-Daten und Links zu Tourenportalen: www.raeuberland.com

