„Ja ist denn heut’ scho Weihnachten?“ So oder so ähnlich dröhnt es vielfach durch die stickigen Redaktionsräumlichkeiten, als die frohe Botschaft die Runde macht: Wir gehen Eisstockschießen! Richtig gehört und gelesen, wir haben in Aschaffenburg seit jüngster Zeit eine Eisstockbahn für alle. Ihre Heimat hat diese seit wenigen Wochen im Biergarten der Fasanerie und wird dort mindestens noch bis Februar alle Taktikfüchse, Teamplayer, Präzisionsmonster, Cliquentiere und Hobbywettkämpfer begeistern. Und wir wissen genau, wovon wir reden, schließlich haben wir sie ausführlich getestet, und daran möchten wir euch selbstverständlich teilhaben lassen. Spoiler: Wir hatten großen, großen Spaß!
© Till Benzin
Eisstockbahn Fasanerie
FRIZZ X Biergarteneisstockbahn
So wirklich wussten wir vorab natürlich nicht, was uns erwartet, als Chef Dirk mittels kurzer WhatsApp Datum, Uhrzeit und Inhalt des Spätnachmittags durchgab. Denn „Testspiel Eisstockbahn Fasa“ könnte von ’ner halbstündigen Quick- & Dirty-Nummer bis hin zum abendfüllenden Hochleistungssport alles bedeuten. Wobei, wenn man darüber nachdenkt, haben sich bisher alle unsere ähnlichen Aktivitäten automatisch zu letzterem entwickelt. Und so trafen sich vier gut gelaunte FRIZZen im Hofgut Fasanerie an einem kalten Novembernachmittag zur vierten Stunde nach „Mahlzeit!“ und wurden erst mal standesgemäß von Max und Achim aus dem „Herz & Hopfen“-Team willkommen geheißen, die ja seit neuestem auch für das Traditionshaus an der Bismarckallee verantwortlich zeichnen. Standesgemäß bedeutet in diesem Fall, dass man gar nicht erst nach einem Getränkewunsch gefragt wird, sondern das Lieblingsgetränk direkt nach der herzlichen Begrüßung einfach in die Hand gedrückt wird. Man könnte meinen, man hätte sich vorher schon mal gesehen, räusperräusper. So stehen wir also bei Einbruch der Dunkelheit im atmosphärisch illuminierten Biergarten der Fasa und bestaunen die perfekt ausgeleuchtete Eisstockbahn, die uns Max mit sichtlichem Stolz präsentiert.
© Till Benzin
Eisstockbahn Fasanerie
Das Regelwerk in aller Kürze
15 Meter lang und mit einem hochmodernen Teflonbelag versehen, der in Sachen Handling, Gleitfähigkeit und Spielgefühl identisch mit einer topgepflegten Eisfläche ist, garantiert die nigelnagelneue Anlage größten Spielspaß für Profis wie Einsteiger gleichermaßen – und das bei jeder Temperatur! Und weil „Einsteiger“ schon der mehr als passende Begriff für uns vier Bürosportler ist, wird uns erst mal ausführlich das Regelwerk vorgestellt: Jedes Team bekommt vier Eisstöcke und darf diese abwechselnd schieben. Ziel für jedes Team ist es, am Ende des Durchgangs mit einem eigenen Eisstock am nächsten zur sogenannten Daube zu sein, eines Ziels, das im hinteren Drittel der Bahn mittig liegt und ungefähr die Größe eines Eishockeypucks hat. Um dieses Ziel zu erreichen, darf man mit seinem Eisstock auch gegnerische Stöcke treffen und verschieben und auch die Daube darf verschoben werden. Der Sieger eines Durchgangs erhält einen Punkt, fünf Durchgänge ergeben einen Satz, fünf Sätze umfasst ein normales Spiel. So zumindest in der Regel beziehungsweise bei uns in der Fasa. Abweichungen in der Zählweise, Bonuspunkte für mehrere gut platzierte Stöcke etc. sind zusätzlich möglich. Bei vier Eisstöcken pro Team bleibt so natürlich viel Raum für Präzision und taktische Spielchen aller Art. Oder man löst seine Aufgabe mit Geschwindigkeit und Kraft.
Die FRIZZen beim Eisstockschießen – ein Drama in fünf Akten
Präzision, Taktik, Kraft – wir vereinen alles auf uns, so denken wir zumindest. Also ran an die Teamauslosung: Frau Chefredaktion und Herr Vertriebsleitung bilden das Team Grün, was vielleicht auch am vorhandenen Trauschein der beiden liegen mag. Bleiben also Herr Grafikchef und Herr Schreibsklave als Team Rot. Und wie gut alleine die beiden Letztgenannten gewinnen und/oder verlieren können, lässt sich im Dartmagaziner aus 2023 wunderbar nachlesen (findet man bei Interesse alles online auf frizz-ab.de). Ein letzter Schluck vergorener Mutmacher und schon geht sie ab, die Kunsteis-Luzie. Sind die ersten Schübe und Versuche noch von gegenseitigem Respekt und wahrem Sportsmanship geprägt („Gut gespielt!“), agieren beide Teams spätestens gegen Ende des ersten Satzes zunehmend verbissener und verfallen spätestens in Satz Nummer drei, oder – da deckungsgleich bei Bier Nummer drei – vollends in den guten alten FRIZZschen Turniermodus. Da wird vor jedem Schub dem gegnerischen Spieler jegliches Talent für sämtliche Sportarten abgesprochen (meistens zurecht) oder es wird orakelt, mit welcher taktischen Ausrichtung der Gegner beim kommenden Versuch agiert: „Jetzt wird wieder geholzt, was anneres können die eh nit!“ (ebenfalls meistens zurecht). Selbst offensichtliche Abstände zwischen Eisstock und Daube zwecks Gewinnerermittlung werden lautstark angezweifelt und mit einem zwischenzeitlich von Achim zur Verfügung gestellten Zollstock nachgemessen, darüber hinaus wird der Herr Vertriebsleiter nicht müde, seinen Kontrahenten in regelmäßigen Abständen mitzuteilen, dass ihnen „jegliche Spielkultur“ vollends abgehe. Natürlich, und das gehört auch zur Wahrheit, tut er dies, weil sich eine deftige Klatsche für Team Grün anbahnt. Und dazwischen? Wird viel gelacht, taktiert, wahlweise moti- und demotiviert, getrunken, gegessen, kommentiert und geschnackt. Oder ums kurz zu machen, wir hatten wirklich eine sehr gute Zeit in der Fasa bei den Vollblutgastgebern von „Herz & Hopfen“. Weil, und das steht für uns jetzt fest, Eisstockschießen einfach unfassbar viel Spaß macht.
© Till Benzin
Eisstockbahn Fasanerie
Erfolgsgeschichte kommt nach Aschaffenburg
Was im Umkehrschluss vielleicht auch erklärt, warum im Süden unseres Bundeslands (und wir reden von Bayern) beinahe in jedem Biergarten während der kalten Monate inzwischen Eisstockbahnen stehen. Geselligkeit, frische Luft, leckere Getränke in Zusammenhang mit mal mehr, mal weniger ernstzunehmendem sportlichen Wettkampf für wirklich jedermann. Es ist also, wenn man es genau betrachtet, eigentlich nur eine logische Konsequenz, dass diese eigentlich aus Skandinavien stammende, alte Traditionssportart endlich auch eine Heimat in Aschaffenburg gefunden hat. Und das anscheinend innerhalb kürzester Zeit auch mit Erfolg: Seit ihrer Aufstellung hat die Eisstockbahn in der Fasanerie schon zahlreiche Firmen- und Teamevents zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht und eignet sich perfekt für spannende und lustige Nachmittage und Abende im Familien-, Freundes- und Kollegenkreis. Und eines ist klar: Die FRIZZen waren nicht zum letzten Mal in dieser Herbst-/Wintersaison in der Fasanerie. Im Gegenteil: Die Planungen für die nächste Turnierrunde haben schon begonnen. Wartet ab, was da noch auf euch zukommt!
