Was, wenn der Boden unter den Füßen plötzlich nicht mehr trägt? In dieser Inszenierung wird daraus ein körperliches Bild für eine Gegenwart, die aus den Fugen geraten scheint. Acht Tänzer der Berliner cie. toula limnaios bewegen sich durch eine Welt, die vertraut wirkt und sich doch jeder Gewissheit entzieht. Sie suchen Halt, Orientierung, einen festen Grund und finden stattdessen Räume voller Irritation, Erinnerung und Bewegung. Die Choreografie von Toula Limnaios, die zugleich Konzept, Raum und Kostüme verantwortet, setzt dabei nicht auf große dramatische Gesten. Der Fokus liegt auf Klarheit, Körper geraten aus dem Gleichgewicht, formieren sich neu, begegnen einander und werden zu einem vielstimmigen Bild unserer Zeit. Das Stück ist gleichermaßen verstörend und poetisch, nah an den Ängsten und Krisen, die sich längst nicht mehr auf Distanz halten lassen. Auf der Bühne stehen Daniel Afonso, Francesca Bedin, Félix Deepen, Karolina Kardasz, Enno Kleinehanding, Amandine Lamouroux, Andrés Ortiz und Alessia Vinotto. Die cie. toula limnaios ist seit 1996 in Berlin ansässig und zählt zu den prägenden Ensembles des zeitgenössischen Tanzes. Musikalisch folgt die Choreografie den Spuren Gustav Mahlers. Seine Musik zwischen Spätromantik und Moderne trägt gleichermaßen eine eigentümliche Spannung in sich. Sie kann monumental aufbrechen und im nächsten Moment ins Intime kippen. Mahler, einer der bedeutendsten Komponisten und Dirigenten seiner Zeit, arbeitete unter anderem in Hamburg, Wien und New York. In staubkinder werden seine Klänge zum Resonanzraum für eine Generation, die zwischen Erinnerung, Gegenwart und einer unsicheren Zukunft nach festem Boden sucht.
Im Anschluss an die Tanztheater-Vorstellung ist ein Nachgespräch auf Bühne 3 vorgesehen.
