Siegfried Lenz (17.3.1926–7.10.2014) konnte seine Leserschaft immerzu fesseln: mit seinen Erzählstoffen und Figuren, die literarische Zeugnisse seiner zärtlichen Hinwendung zum menschlichen Leben waren. Sein Hauptwerk „Deutschstunde“ gehört seit mehreren Generationen zum Kanon der Schullektüre.
Lenz beherrschte das Erzählen meisterhaft, sowohl in der ausgedehnten Form, im Roman, als auch in der kleineren Form, etwa in der Novelle. Die Hommage unserer Literatur-Expertin gilt den Erzählungen, mit denen der Autor unsere facettenreiche Wirklichkeit auslotete. Sein Sprachduktus ist dabei stets von feinem Humor, leiser Ironie und Zugewandtheit geprägt.
Der zu Unrecht bislang weitestgehend unentdeckte Text „Kummer mit jütländischen Kaffeetafeln“ weist eine besondere Beziehung des Schriftstellers zum Nachbarland Dänemark auf. Wie köstlich unterhaltsam ein schwerwiegendes Erlebnis am Abendkaffeetisch mit unermesslich viel Kaffee und Torten und Gebäck jedweder Art den Lesenden dargeboten wird – das erquickt nicht nur die dort geborene Referentin und Dänemark-Fans!
Der Vortrag würdigt den großen Erzähler mit Empathie.
