Neue Zeichnungen und Ölgemälde der in Hamburg lebenden Künstlerin und Schriftstellerin Ina Bruchlos.
„…Joe beobachtete mich misstrauisch. Nicht dass der Maybe-Vegetarian auf dumme Ideen kam. Ich hatte mich für Gemüse entschieden und deshalb war der Fisch, den seine Frau brachte, für mich tabu. Es war beinahe komisch, wie scharf er etwas bewachte, das ich gar nicht wollte. Ich betrachtete das Tier, das zwei Armlängen von mir in der Gluthitze zerfiel. Ich aß ohnehin nur selten Fisch. Dieser dagegen wirkte zudem so, als habe man ihn mit Dynamit gefangen. Aufgeplatzt lag er da, mit Gräten, die in alle Himmelsrichtungen stachen und matten Augen, die sich zu fragen schienen, wie sie nur zu Lebzeiten in dieses Kriegsgebiet schwimmen konnten, was sie nur geritten hatte, eine Göttin des Krieges? Durga?“ (Ina Bruchlos, Textausschnitt aus der Erzählung „Der Mäusesheriff“ 2026).
Ina Bruchlos (*1966 Aschaffenburg) studierte Germanistik an der Johann Wolfgang von Goethe Universität Frankfurt und Freie Kunst an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, der Academie van Beeldende Kunsten in Rotterdam und der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. Ausstellungen u.a. im Neuen Kunstverein Aschaffenburg. 2002 erhielt sie den Förderpreis für Literatur der Freien und Hansestadt Hamburg. 2021 las sie aus ihren Werken in der Kunsthalle Hamburg.
Bruchlos ist Mitglied der Lesebühnen Hessen in Hamburg – die Hessenlesung, Mathilde Bar Ottensen und Zinnober, Zinnschmelze Barmbek. Ihre Kurzgeschichten sind verlegt bei Minimal Trash Art: Suche Stehplatz Nord (2020), Da ist ein Riss in der Welt (2015), Alte Bekannte (2011), Der Kampf der Mähdrescher (2008). Im Literatur-Quicki Verlag erschienen 2023 drei Erzählungen unter dem Titel Paris.

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